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Konsolenpläne und Spieleabos

Golem: Der Epic Games Store ist inzwischen auch auf mobilen Plattformen verfügbar. Was waren die wichtigsten Lehren aus dem bisherigen Rollout?

Allison: Kurz gesagt: Es ist schwierig. Es gibt nach wie vor viele Hürden, vor allem in Europa. Aber Epic ist dafür bekannt, neue Wege zu gehen und sich durch diese Herausforderungen durchzuarbeiten.

Wir haben mittlerweile fast 50 Millionen Downloads der mobilen Apps erreicht und werden weiter stark investieren. In der ersten Jahreshälfte kommen Self-Publishing-Tools für Mobile, so dass wir nicht mehr alles kuratieren müssen. Das wird den Katalog deutlich schneller wachsen lassen.

Golem: Gibt es Unterschiede bei der Einführung in Japan und Brasilien im Vergleich zu Europa?

Allison: Wir folgen dem gleichen Playbook wie in Europa. Die Rahmenbedingungen und Konditionen sind je nach Region unterschiedlich, aber das Prinzip bleibt gleich. Wir gehen in den Markt, arbeiten eng mit Entwicklern zusammen und sorgen dafür, dass ihre Inhalte verfügbar werden.

Golem: Viele Spieler würden den Epic Games Store gern auch auf Konsolen sehen. Gibt es dazu konkrete Pläne?

Allison: Wir würden das sehr gerne – und Tim Sweeney übrigens auch. Wir wissen, dass es Teil der Vision von Xbox für die nächste Konsolengeneration ist, PC-Stores wie Steam oder den Epic Games Store auf der Konsole zuzulassen. Solange das der Fall ist, planen wir definitiv, dort präsent zu sein.

Golem: Die kostenlosen Spiele sind nach wie vor ein Markenzeichen des Stores. Wird sich an dem Programm etwas ändern?

Allison: Aus unserer Sicht ist das Programm im Grunde unser Marketingbudget. Der Einfluss auf die Nutzerbindung ist enorm – wir liegen im Schnitt bei über 72 Prozent Retention. Dazu kommt jede Woche redaktionelle Berichterstattung, die Sichtbarkeit und SEO-Effekte bringt. Ich sehe keinen Grund, daran in absehbarer Zeit etwas zu ändern.

Golem: Wie stehen Sie zu Spiele-Abos wie Game Pass?

Allison: Wir unterstützen Abos bereits – zum Beispiel EA Play, das wir technisch mit aufgebaut haben. Wir wären sehr froh, wenn Microsoft Game Pass für PC in den Epic Games Store bringen würde, und genauso offen sind wir für andere Abo-Modelle. Wir sprechen dazu regelmäßig mit den Anbietern.

Golem: Die Hardwarepreise im PC-Bereich steigen, etwa bei Speicher oder Grafikkarten. Könnte das das Wachstum von PC-Plattformen bremsen?

Allison: Ich glaube nicht. Als wir gestartet sind, hatte Steam etwa sechs bis acht Millionen monatlich aktive Nutzer, heute sind es rund 140 Millionen. Wir selbst liegen inzwischen ebenfalls bei sechs bis acht Millionen im Schnitt. PC-Gaming wächst also sehr stark.

Es gibt zwar Veränderungen in der Branche, aktuell sehen wir eine Verschiebung hin zu PC und Mobile, vielleicht zulasten der Konsolen. Höhere Hardwarepreise könnten den Kauf neuer PCs etwas verlangsamen, aber den Konsum von Spielen sehe ich davon kurzfristig nicht betroffen.

Die GPUs sind seit Jahren sehr leistungsfähig. Teilweise stärker als die aktuellen Konsolen. Wie sich das mit der nächsten Konsolengeneration entwickelt, bleibt abzuwarten, aber insgesamt steht PC-Gaming aus meiner Sicht sehr gut da.


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