Epic Games und Fortnite-Streit: Apple fürchtet um App-Store-Geschäftsmodell

Apple pocht auf die Einhaltung bestehender Verträge.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Der Kampf zwischen Epic Games und Apple geht weiter.
Der Kampf zwischen Epic Games und Apple geht weiter. (Bild: Chris Delmas/AFP via Getty Images)

Apple befürchtet, dass sein App-Store-Geschäft bröckelt, wenn das iPhone-Unternehmen Epic Games den Verstoß gegen die Regeln der Plattform durchgehen ließe. Die Spielefirma will für das populäre Online-Game Fortnite nicht mehr das In-App-System von Apple verwenden. Würde das Verhalten von Epic Games toleriert, "würde das allen Entwicklern zeigen, dass sie die Verpflichtungen ignorieren können, die sie mit ihren Verträgen mit Apple eingingen", erklärte Unternehmensmanager Phil Schiller in einer Stellungnahme im Gerichtsverfahren mit dem Fortnite-Anbieter. Dies könne das gesamte Geschäftsmodell und Ökosystem des App Store erschüttern.

Stellenmarkt
  1. Software Developer / Entwickler (m/w/d) Java - Cloud-Systeme
    INIT Group, Karlsruhe
  2. Leiter*in der Abteilung IT-Entwicklung
    Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH, Eschborn
Detailsuche

Epic Games wollte sich nicht mehr an die Vorgabe halten, dass virtuelle Artikel in dem Spiel auf iPhones und iPads nur über das System der In-App-Käufe des App Store angeboten werden können, bei dem Apple 30 Prozent vom Kaufpreis einbehält. Epic-Games-Chef Tim Sweeney forderte Apple Ende Juni auf, die Umgehung des In-App-Kaufsystems zuzulassen. Das geht aus E-Mails hervor, die Apple veröffentlicht hat.

Nachdem das Unternehmen dies ablehnte, wurde in der Fortnite-App eine Möglichkeit eingefügt, digitale Güter direkt bei Epic Games kaufen zu können. Laut Apple wurde dafür eine versteckte Funktion in der App aktiviert, die Epic Games an den App-Prüfern des Unternehmens vorbeigeschmuggelt habe. Noch am gleichen Tag warf Apple die App Fortnite unter Verweis auf den Regelverstoß aus dem App Store.

Apple verteidigt die App-Store-Provisionen

Wer die App bereits installiert hatte, konnte sie weiter nutzen - und die digitalen Produkte günstiger direkt bei Epic Games kaufen. Auf Android-Geräten können Apps ohne großen Aufwand allerdings auch aus anderen Quellen installiert werden, das ist bei iPhones und iPads auf vergleichbar einfachem Wege nicht möglich.

Golem Karrierewelt
  1. Automatisierung (RPA) mit Python: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    02./03.03.2023, Virtuell
  2. Grundlagen für Virtual Reality mit Unreal Engine: virtueller Drei-Tage-Workshop
    05.-07.12.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Apple verteidigt das Vorgehen und betont, das System der In-App-Käufe schütze Kunden. Epic Games verklagte Apple mit dem Vorwurf unfairen Wettbewerbs. Bereits Mitte Juni 2020 sagte Tim Sweeney: "Das Monopol des iOS App Store schützt nur den Profit von Apple, nicht die Gerätesicherheit." Auch gegen Google ging das Spieleunternehmen gerichtlich vor.

Ungewisse Zukunft für Unreal Engine für iOS

Das iPhone-Unternehmen warf die Fortnite-Firma auch aus seinem Entwicklerprogramm, was in Zukunft die Weiterentwicklung der Grafik-Technologie Unreal Engine von Epic Games für iPhones und iPads behindern wird. Das könnte weitreichende Folgen für die Branche haben, weil die Unreal Engine auch von anderen Apps genutzt wird - die auf Konkurrenzprodukte umsteigen könnten.

Epic Games will den Rauswurf aus dem Entwicklerprogramm mit einer einstweiligen Verfügung verhindern. Apple entgegnete, es gebe keine Grundlage dafür, da Epic Games sich selbst mit einer Vertragsverletzung in Probleme gebracht habe.

Nachdem die EU-Kommission Mitte Juni 2020 offiziell Untersuchungen wegen Apples App-Store-Praxis begonnen hatte, äußerte sich Epic Games kurze Zeit danach. Das Fortnite-Unternehmen kritisierte Apples Vorgaben bei App-Abos und dem App-Store-Monopol. Es wurde bemängelt, dass Apple durch sein Vorgehen die Gewinnmargen der Konkurrenz verringert und zugleich die Kunden im App Store höhere Preise habe zahlen müssen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Zinthos 27. Aug 2020

Der Laden gehört einfach mal reguliert. Wie wäre es, wenn Apple in der EU einfach mal...

Pazi01 26. Aug 2020

Es ist ein Monopol weil Apple nicht zulässt das es andere Stores auf IOS gibt. Nehmen...

User_x 25. Aug 2020

Und genau DAS ist nicht schön.

Lemo 25. Aug 2020

Ja, das ist in der Tat eine sehr gute Frage.



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Elektro-Kombi
Opel Astra setzt auf Effizienz statt großem Akku

Mit dem Opel Astra Sports Tourer kommt der erste vollelektrische Kombi eines deutschen Herstellers auf den Markt.

Elektro-Kombi: Opel Astra setzt auf Effizienz statt großem Akku
Artikel
  1. Berlin: Tier stellt E-Roller-Angebot wieder ein
    Berlin
    Tier stellt E-Roller-Angebot wieder ein

    Die E-Roller von Tier werden zum Jahreswechsel aus dem Stadtbild verschwinden. Sie sind im Unterhalt zu teuer gewesen.

  2. App-Store-Rauswurfdrohung: Musk attackiert Apple
    App-Store-Rauswurfdrohung
    Musk attackiert Apple

    Apple hat angeblich seine Werbeaktivitäten auf Twitter weitgehend eingestellt und mit einem App-Store-Rauswurf gedroht.

  3. Kryptografie: Warum Kaiser Karls Geheimcode fast 500 Jahre geheim blieb
    Kryptografie
    Warum Kaiser Karls Geheimcode fast 500 Jahre geheim blieb

    War Kaiser Karl V. ein kryptografisches Genie? Wir werfen einen Blick auf seinen Geheimcode und klären, warum er erst jetzt entschlüsselt wurde.
    Eine Analyse von Johannes Hiltscher

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • PS5 bestellbar • Samsung Cyber Week • Top-TVs (2022) LG & Samsung über 40% günstiger • AOC Curved 34" WQHD 389€ • Palit RTX 4080 1.499€ • Astro A50 Gaming-Headset PS4/PS5/PC günstiger • Gigabyte RX 6900 XT 799€ • Thrustmaster Flight Sticks günstiger [Werbung]
    •  /