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Epic Games Store: Fortnite allein reicht (noch) nicht gegen Steam

Regelmäßig kostenlose Spiele, bessere Bedingungen für Entwickler und Publisher und Fortnite als Verkaufsschlager: Der Games Store von Epic könnte zur ernsthaften Konkurrenz für Steam werden. Dafür muss das Angebot aber noch deutlich ausgebaut werden.

Artikel veröffentlicht am ,
Startseite des Epic Games Store
Startseite des Epic Games Store (Bild: Epic Games)

Im Sommer 2016 hat Tim Sweeney sich noch ernsthaft um die Zukunft von Steam gesorgt. "Ganz langsam, über die nächsten fünf Jahre", so die Einschätzung des Gründers und Chefs von Epic Games, werde Steam "nach und nach zerstört". Als Schuldigen hatte Sweeney ausgerechnet Microsoft ausgemacht: Das Unternehmen werde mithilfe seiner Universal Windows Platform (UWP) immer mehr Nutzer weg von Steam und in seinen eigenen Store locken.

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Bislang ist nicht absehbar, dass die Voraussage von Sweeney eintritt. Der Windows Store wirkt immer noch halbfertig und UWP ist kein großes Thema mehr. Trotzdem könnte Steam erstmals ernsthafte Konkurrenz beim Onlineverkauf neuer PC-Spiele drohen - ausgerechnet durch Sweeney. Dessen Firma Epic Games hat Anfang Dezember 2018 den Epic Games Store angekündigt und wenige Tage später eröffnet.

Epic Games will die Entwickler und Publisher mit wesentlich besseren Konditionen von Steam weglocken. Epic behält von jedem Verkauf nur 12 Prozent Provision für sich, 88 Prozent erhält also der Entwickler. Das ist bedeutend mehr als bei Steam, wo die Entwickler je nach Umsatzhöhe zwischen 70 und 80 Prozent bekommen.

Den meisten Endkunden sind derartige finanzielle Details vermutlich egal. Ihnen dürfte unter anderem wichtiger sein, ihre PC-Spiele in möglichst wenigen Bibliotheken zu sammeln. Hier hat Epic Games allerdings den Vorteil, mit Fortnite ein extrem beliebtes Spiel als Systemseller anzubieten. Über dessen gerade aktualisierten Launcher wird der Epic Games Store inzwischen einfach mitgeliefert. Das erinnert übrigens an die Anfänge von Steam, das von Valve - unter Protest vieler Käufer - zwangsweise bei der Veröffentlichung von Half-Life 2 mit eingerichtet wurde.

Ein Vergleich der Launcher zwischen dem Epic Games Store und Steam liegt nahe, ist aber schnell erledigt: Noch liegt das Angebot von Valve meilenweit vorne. Bei Epic gibt es gerade mal vier kostenpflichtige Games zu kaufen. Dazu kommt das kostenlose Fortnite, ab dem 14. Dezember 2018 soll es außerdem Subnautic als kostenlosen Download geben. Am 28. Dezember 2018 folgt ebenfalls ohne Zahlung Super Meat Boy. Erst "demnächst" folgen dann weitere Titel, unter anderem Darksiders 3.

Das ist nicht mal im Ansatz mit Steam vergleichbar, wo mehrere Zehntausend Titel verfügbar sind. Allerdings dürfte der Epic Games Store rasch wachsen, zumal neben Programmen für Windows und MacOS früher oder später auch Titel für Android ins Angebot aufgenommen werden sollen; zum Thema Linux auf Desktopsystemen hat sich Epic bislang nicht geäußert.

Ungefähr gleichauf liegen der Epic Games Store und Steam bei den Bezahlmöglichkeiten. Auf beiden Plattformen können Spieler mit Kreditkarte und einer Reihe weiterer Verfahren ihre Rechnung begleichen. Rückgaben sind bei Epic möglich, allerdings gibt es laut den offiziellen FAQ nur zwei bedingungslose Rückerstattungen, die innerhalb von zwei Wochen nach dem Kauf beansprucht werden können. Bei Valve gibt es eine solche Beschränkung nicht - aber wenn die Firma den Eindruck gewinnt, dass jemand das System ausnutzt, wird die Möglichkeit gestrichen.

  • Beim Herunterladen von Spielen gibt es ein paar nützliche Daten. (Bild: Epic Games/Screenshot: Golem.de)
  • Die Startseite des Epic Games Store ist noch sehr übersichtlich. (Bild: Epic Games/Screenshot: Golem.de)
  • Freundeslisten lassen sich komfortabel verwalten. (Bild: Epic Games/Screenshot: Golem.de)
  • Der Games Store macht Werbung für die Unreal Engine. (Bild: Epic Games/Screenshot: Golem.de)
  • Das Bezahlmenü orientiert sich an den gewohten Standards. (Bild: Epic Games/Screenshot: Golem.de)
  • Auch bei Epic gibt es die üblichen Bezahlmethoden. (Bild: Epic Games/Screenshot: Golem.de)
  • Die Anbindung an Facebook und Steam ist noch sehr rudimentär. (Bild: Epic Games/Screenshot: Golem.de)
Beim Herunterladen von Spielen gibt es ein paar nützliche Daten. (Bild: Epic Games/Screenshot: Golem.de)

Beim Epic Games Store sollen Entwickler auch Spiele ganz ohne Digital Rights Management (DRM) kaufen können - in welchem Umfang das genutzt wird, ist noch nicht abzusehen. Bei Valve ist immer eine Anbindung an den Onlineshop nötig, allerdings können Solotitel nach der Installation auch im Offlinemodus gespielt werden. DRM ist vielen Kunden wichtig, was einer der Gründe für Shops wie der von Gog.com ist.

Aufholen muss der Epic Games Store, wenn er kein Nischenangebot sein soll, auch bei der redaktionellen Betreuung der Spieleseiten und bei der Kuration - also dem System, wie dem Kunden Spiele empfohlen werden sollen. Während man bei Steam stundenlang in Foren und in den Nutzerbewertungen schmökern kann, gibt es bei Epic nur ein paar rudimentäre Infos und noch gar keine Rezensionen. Allerdings sollen Entwickler umfangreiche Möglichkeiten bekommen, über optionale Newsletter und Ähnliches mit Käufern in Kontakt zu bleiben.

Auch sonst ist um Steam herum längst so etwas wie ein Ökosystem entstanden mit Auswertungsseiten, mit regelmäßig berichtenden Influencern, mit etablierten Kommunikationskanälen zwischen Valve und Entwicklern und Publishern, aber auch mit Jugendschutzbehörden und anderen relevanten Marktteilnehmern. All das ist beim Epic Games Store erst im Ansatz erkennbar. Aber ein bisschen Zeit für den Aufbau hat Epic noch - schließlich hatte Tim Sweeney das Aus für Steam erst für das Jahr 2021 erwartet.



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Kay_Ahnung 12. Dez 2018

Es geht nicht nur darum ob man ein Spiel installieren kann. Zum Eigentum gehört eben...

Kay_Ahnung 12. Dez 2018

+1 und die Herstellung der Disks und der Verpackung + Versand und co. dürfte auch...

Zazu42 12. Dez 2018

Wikipedia: "Nach Initialisierung ihres Projektes durch YouWebs 9...

Anonymer Nutzer 12. Dez 2018

Hast Du wegen Tunnelblicks übersehen, dass es in dem Artikel hauptsächlich um Epic und...

bastie 12. Dez 2018

Hast du mal ein Code-Beispiel für uns, das deine Aussage erläutert und untermauert?


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