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Epic Games: Fortnite eskaliert im Anti-Cheat-Kampf mit IOMMU

Neue PC-Anforderungen sollen Hardware-Cheats in Fortnite stoppen – und könnten das Wettrüsten im E-Sport deutlich verschärfen.
/ Peter Steinlechner
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Artwork von Fortnite (Bild: Epic Games)
Artwork von Fortnite Bild: Epic Games

Epic Games verschärft den Kampf gegen Cheater in der PC-Version von Fortnite mit zusätzlichen Hardware-Schutzmechanismen. Hintergrund ist ein anhaltendes Wettrüsten: Trotz Kernel-Treibern, Signaturprüfungen und Verhaltensanalysen gelingt es Anbietern von Cheat-Software weiterhin, die bestehenden Schutzsysteme zu umgehen – insbesondere im kompetitiven Umfeld mit Preisgeldern und Ranglisten.

Ab dem 19. Februar 2026 müssen PC-Spieler deshalb bei offiziellen Turnieren neben Secure Boot und TPM auch IOMMU aktiviert haben. IOMMU (Input-Output Memory Management Unit) ist eine Hardwarefunktion moderner Prozessoren.

Sie regelt, wie externe Geräte (etwa PCIe-Karten) auf den Arbeitsspeicher zugreifen dürfen. Das ist relevant, weil sogenannte DMA-Cheats über zusätzliche Hardware direkt Speicherinhalte auslesen können. Mit aktiver IOMMU werden solche Zugriffe isoliert und nur kontrolliert zugelassen, was diese Manipulation deutlich erschwert.

Laut Epic erfüllen(öffnet im neuen Fenster) die meisten aktuellen Windows-11-Systeme die neuen Anforderungen bereits oder können sie per Bios-Option aktivieren.

IOMMU ist eine neue Waffe im Kampf gegen Cheater

Weiterhin kommen in Fortnite neben dem Kernel-basierten Easy Anti-Cheat auch serverseitige Prüfungen und Musteranalysen zum Einsatz. Der tiefe Systemzugriff führt allerdings regelmäßig zu Diskussionen über Datenschutz, Stabilität und Kompatibilität älterer PCs.

Immerhin: Laut Epic erfüllen die meisten aktuellen Windows-11-Systeme die neuen Anforderungen bereits oder lassen sich entsprechend konfigurieren.

Explizit vorgeschrieben ist IOMMU bislang kaum anderswo. Titel wie Valorant, Call of Duty: Warzone oder Apex Legends nutzen zwar ebenfalls Kernel-Treiber und umfassende Anti-Cheat-Systeme, verlangen jedoch keine gesonderte IOMMU-Aktivierung.

Parallel zu diesen technischen Maßnahmen treibt Epic rechtliche Schritte gegen Spieler und Entwickler von Cheat-Software voran. In jüngster Zeit hat der Konzern etwa eine Klage gegen einen Spieler durchgesetzt, der nicht nur in Fortnite gecheatet, sondern auch DDoS-Attacken auf Epic-Server durchgeführt hat.


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