Epic Games: "Apple hat sich den Arsch abgearbeitet für Fortnite"
Es gab eine Zeit in den Beziehungen zwischen Epic Games und Apple, in der die Firmen voll des Lobes übereinander waren. So habe Apple in den Monaten unmittelbar vor dem Bruch der Firmen noch 500 Millionen Werbenachrichten an seine Kunden verschickt und im Rahmen der Kampagne knapp 1 Million US-Dollar für das Actionspiel investiert.
Das geht aus Dokumenten hervor, die im Rahmen des Rechtsstreits zwischen Apple und Epic Games nun aufgetaucht sind. In den von den Apple-Anwälten erstellten Unterlagen(öffnet im neuen Fenster) ist zu lesen, dass sich Tim Sweeney ein Marketingteam wünscht, das sich bei seiner Firma so ins Zeug gelegt habe wie das von Apple.
Auch Mark Rein, einer der leitenden Manager bei Epic Games, ist in Bezug auf Fortnite voll des Lobes: Apple habe sich "den Arsch abgearbeitet, um Gifting zu ermöglichen" (Gifting meint das Verschenken virtueller Gegenstände).
Aus den Dokumenten geht auch hervor, dass Fortnite seit Jahren extrem profitabel ist – anders als der Epic Games Store, um den es im Rechtsstreit ebenfalls geht. Laut den Unterlagen habe der Onlineshop seinem Betreiber im Jahr 2019 einen Verlust von 181 Millionen US-Dollar beschert.
Für 2020 hatte Epic Games im Vorfeld mit einem Minus von 273 Millionen US-Dollar und für 2021 mit einem Minus von 139 Millionen US-Dollar gerechnet.
Ein Grund dafür sind offenbar vor allem die – bei vielen Kunden unbeliebten – Exklusivdeals: Für die nötigen Umsatzgarantien für Entwickler würden im Jahr 2020 rund 440 Millionen US-Dollar eingeplant, während der erwartete Umsatz mit diesen Titeln bei 401 Millionen US-Dollar liege.
Insgesamt hat Epic Games für seinen Store Anfang 2021 einen Umsatz in Höhe von 700 Millionen US-Dollar genannt. Das ist trotz des teuren Marketings nicht viel mehr als im Jahr davor, als der Onlineshop 680 Millionen US-Dollar umgesetzt hat.
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Die Anwälte von Epic Games schreiben in ihren Dokumenten(öffnet im neuen Fenster) , dass der Store für das Unternehmen voraussichtlich 2023 profitabel sei – die hohen Ausgaben seien nur vorgezogene Marketingausgaben.
Epic Games hat Mitte August 2020 in die Android- und iOS-Version von Fortnite ein eigenes Bezahlsystem – letztlich eine Erweiterung des Epic Games Store – eingebaut, woraufhin das Actionspiel aus den jeweiligen Appstores geworfen wurde. Epic Games nennt die Aktion gegenüber der Community "Free Fortnite".
Der Autor meint dazu: Wenn Epic Games mit seiner Klage gegen Apple tatsächlich Erfolg hat, kann der Epic Games Store (egal unter welchem Namen) auf iOS und andere Plattformen erweitert werden. Dann winken hohe Umsätze und Gewinne und die bisherigen oder künftigen Verluste der PC-Store sind vergessen.
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Allerdings ist momentan kaum absehbar, wie der Rechtsstreit ausgeht. Ein klarer Sieg, in dem Epic Games sich vollständig durchsetzt, wirkt unwahrscheinlich. Klar: Falls Epic Games gewinnt und auch andere Stores und Bezahlsysteme über den App Store von Apple zugelassen werden, dürfte die Spiele- und IT-Branche vor einem Umbruch stehen.
Allerdings steht dann auch Sony mit dem Playstation Store vor einem Umbruch, weil der Shop letztlich auch nur ein Appstore eben auf der Playstation ist. Sony hat im Sommer 2020 – kurz vor dem Start des Streits um Fortnite – rund 250 Millionen US-Dollar in Epic Games investiert und dafür Schätzungen zufolge etwa 1,5 Prozent der Anteile erhalten.
Das zeigt, dass sich Epic Games mit Free Fortnite in mehrfacher Hinsicht in eine schwierige Situation gebracht hat. Es scheint kaum vorstellbar, dass die Firma daraus unbeschadet oder gar als eindeutiger Gewinner hervorgeht.
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