EPFL: Essbarer Roboter aus Gelatine

Dieser Roboter ist nichts für Vegetarier: Schweizer Forscher haben einen Roboter aus Gelatine konstruiert. Er ist essbar beziehungsweise verdaubar. Gedacht ist das System für den Einsatz im menschlichen Körper.
Das System, das Forscher von der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Lausanne (EPFL) konstruiert haben, ist ein Riegel, der in Segmente unterteilt ist. Zwei solcher Riegel ergeben einen Greifer. Der Antrieb erfolgt pneumatisch oder durch chemischen Reaktionen. Der Gelatine-Greifer ähnelt den Softbots , die US-Forscher vor einigen Jahren vorgestellt haben. Diese allerdings bestehen aus ungenießbarem Kunststoff.
Der Roboter reist durch den Körper
Solche Gelatine-Greifer sollen Mediziner künftig für Untersuchungen oder Behandlungen im Körper einsetzen, schreiben die Forscher um Jun Shintake in einem Aufsatz, der als Preprint auf dem Dokumentenserver Arxiv abrufbar(öffnet im neuen Fenster) ist. Der Roboter könnte beispielsweise Medikamente im Körper zu einer bestimmten Stelle bringen oder für Untersuchungen im Magen-Darm-Trakt eingesetzt werden.
Eine weitere Anwendung sei, den Roboter selbst als Nahrungsmittel einzusetzen, sagte Mario Floreano, Leiter des Laboratory of Intelligent Systems des EPFL, dem Onlinemagazin Techcrunch(öffnet im neuen Fenster) . Das Nahrungsmittel könnte sich dann zu dem Menschen oder dem Tier, für das es gedacht ist, bewegen.
Derzeit ist die Gelatine noch geschmacklos. Das wird sich ändern: Die Forscher kooperieren mit der renommierten Hotelfachschule in Lausanne, um die Roboter wohlschmeckend zu machen.