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EOS R: Canon überzeugt mit sehr gutem Bedienungskonzept

Canons spiegellose Systemkamera EOS R ist einer der Publikumsmagnete auf der Photokina 2018. Wir haben uns die Kamera angeschaut - und waren angetan.

Ein Hands on von veröffentlicht am
Canon EOS R: Der Fotograf kann seine Kamera personalisieren.
Canon EOS R: Der Fotograf kann seine Kamera personalisieren. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)

Lange sah es so aus, als würden Canon und Nikon, Marktführer bei den digitalen Spiegelreflexkameras (DSLR), den Trend der spiegellosen Systemkameras verschlafen. Die ersten Modelle, Canons EOS-M und die Nikon 1, machten einen etwas lieblosen Eindruck. Zur Photokina 2018 zeigen beide Hersteller mit Vollformatkameras, dass sie den Markt mit den spiegellosen Systemkameras nicht Panasonic, Fuji und Olympus überlassen wollen.

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Gerade Canons EOS-R, die der Hersteller kürzlich vorstellte, ist einer der Höhepunkte der Messe: Auf dem Stand in Halle 3.2 bildete sich am ersten Messetag eine lange Schlange von Interessenten, die die Kamera anschauen und ausprobieren wollten.

Was beim Anfassen als Erstes auffällt, sind - systemtypisch - die Maße: Die Kamera ist etwa 14 x 10 x 8 cm groß und wiegt mit Speicherkarte und Akku weniger als 700 Gramm. Das erinnert eher an eine Einsteiger-DSLR als an eine der klobigen und schweren Vollformatkameras wie die EOS 5D Mark IV oder die EOS 1D X Mark II.

Die EOS-R ist eben eine spiegellose Systemkamera. Nachteil: Das kleinere Gehäuse bietet auf der Rückseite und auf der Oberseite weniger Platz für die gewohnten Bedienelemente. Auch in dieser Hinsicht erinnert sie eher an eine Einsteigerkamera als an eine Kamera für versierte Amateure und Profis. Die kommen dafür in den Genuss eines Klapp-Schwenk-Displays, auf das Canon bei den Profikameras bisher verzichtete. Es ist 7,5 cm groß und hat eine Auflösung von 2,1 Millionen Bildpunkten.

Trotz des kleineren Gehäuses wollte Canon die vielen Bedienelemente, die Nutzer von den DSLRs gewohnt sind, beibehalten und Funktionen nicht in Untermenüs verstecken. Deshalb dachte sich der Hersteller ein neues Bedienkonzept aus, das uns gut gefallen hat.

  • Die Rückseite der EOS R: relativ wenige Bedienelemente und ein Klapp-Schwenk-Display (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Über die M-Fn-Taste und die beiden Wahlräder werden viele Funktionen gesteuert. Das Einstellrad ist links am Objektiv. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Die Abbildungsqualität hat uns überzeugt - hier bei ISO 1.250. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Bei ISO 40.000 ist aber ... (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • ... Pixelrauschen zu erkennen. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
Die Rückseite der EOS R: relativ wenige Bedienelemente und ein Klapp-Schwenk-Display (Bild: Werner Pluta/Golem.de)

Da Joystick verschwunden ist, mit dem der Fokuspunkt verschoben wird, gibt es eine neue Funktion, die Canon Touch And Drag nennt: Der Fokuspunkt wird mit dem Daumen auf dem Touchscreen verschoben. Im Menü lassen sich zwei Optionen einstellen: relativ oder absolut. Erstere funktioniert ähnlich wie ein Touchpad: Das Quadrat wandert durch den Sucher in dem Maß, wie der Daumen über den Touchscreen geschoben wird. Im absoluten Modus wird dort fokussiert, wo der Daumen gerade auf dem Touchscreen ist. Im ersten Moment ist es etwas ungewohnt, zwischen Gesicht und Kameras mit dem Daumen zu hantieren. Aber nach einer kurzen Eingewöhnungszeit geht das ganz gut.

Das Bedienelement ist Wippe und Schieberegler

Rechts neben dem elektronischen Sucher ist ein auf unterschiedliche Weise bedienbarer Schalter angebracht, der mit verschiedenen Funktionen belegt werden kann. Er ist zum einen eine Wippe, zum anderen ein Schieberegler. Bei der Kamera, die wir ausprobiert haben, war auf den Schalter die Regelung der Lichtempfindlichkeit gelegt. Per Wippe ließ sich ISO 100 oder Auto-ISO einschalten. Über den Schieberegler konnten die übrigen ISO-Werte eingestellt werden. Statt der Lichtempfindlichkeit lassen sich darüber auch der Weißabgleich oder die Mikroaussteuerung einstellen.

Auch einige der Tasten auf der Oberseite des Gehäuses sind verschwunden. Dort wo traditionell das Rad für die verschiedenen Zeit-Blenden-Programme war, ist jetzt der Ein- und Ausschalter. Das Zeit-Blenden-Programm wird über einen Knopf und eines von zwei Multifunktionswahlrädern eingestellt. Die übrigen Tasten - etwa für den Autofokus-Modus, die Betriebsart oder die ISO-Werte - werden über einen Multifunktionsknopf und die beiden Räder gesteuert.

Ein Druck auf den Knopf aktiviert die Wahl. Über das eine Rad wird die Funktion angewählt, über das andere der gewünschte Wert eingestellt. Fünf Funktionen lassen sich so steuern. Welche das sind, bestimmt der Nutzer.

Das Objektiv hat einen programmierbaren Einstellring

Eine weitere Möglichkeit, die Kamera zu bedienen, bietet der Drehring, mit dem Canon die Objektive der R-Serie ausstattet. Wie der Multifunktionsknopf kann auch das Rad mit unterschiedlichen Funktionen belegt werden, so dass sich der Fotograf seine Kamera über die verschiedenen Bedienelemente nach eigenem Gusto personalisieren kann.

Eine intuitive Bedienung ist das eine. Bei einer Kamera kommt es aber auf die Abbildungsqualität an - und damit auf den Sensor. Der hat das Kleinbildformat 24 x 36 mm und eine Auflösung von etwa 30 Megapixeln- so viel wie die EOS 5D Mark IV, aber weniger als die EOS 5Ds. Die Bilder, die wir damit fotografierten, waren so, wie wir es von einer hochwertigen Vollformatkamera erwarteten. Bei hohen ISO-Werten - die Lichtempfindlichkeit reicht bis ISO 40.000 - weisen die Bilder zwar Pixel-, aber kein Farbrauschen auf.

Denjenigen, die bisher mit DSLRs von Canon fotografiert haben, soll der Umstieg leicht gemacht werden: Canon bietet mehrere Adapter an, mit denen die Objektive der DSLRs - Vollformat ebenso wie APS-C - an der EOS R genutzt werden können. Die Kamera erkennt die Objektive und kommuniziert mit ihnen. Wird ein EF-S-Objektiv, also eines für eine APS-C-DSLR, angesetzt, passt sie automatisch die Sensorgröße an.

Den Adapter gibt es in drei Ausführungen: einer ganzen einfachen und einer mit dem programmierbaren Einstellring, so dass das DSLR-Objektiv wie ein R-Objektiv genutzt werden kann. Der dritte Adapter hat einen Einschub für einen Filter. Zur Verfügung stehen ein Zirkularpolfilter und ein variabler Neutraldichtefilter (ND).

Die EOS R ist ab 9. Oktober 2018 im Handel. Das Gehäuse kostet 2.500 Euro, das Kit aus Kamera und RF 24 - 105 mm 3.500 Euro. Das 35-Millimeter-Objektiv gibt es für 550 Euro, das 50-mm-Objektiv für 2.500 Euro. Der 28-70-mm-Zoom kostet ohne die Kamera 3.250 Euro. Die Adapter für die DSLR-Objektive sind ab einem Preis von 110 Euro zu haben.

Das System sei noch am Anfang, erklärte Canon auf der Photokina-Pressekonferenz. Es werde nicht bei der in diesem Jahr vorgestellten Kamera und den vier Objektiven bleiben. Das erste Modell ist laut Canon im mittleren Preissegment angesiedelt. Das bedeutet, es wird sowohl teurere als auch günstigere Modell geben. Wann diese kommen werden, dazu gab es noch keine Auskunft. Im kommenden Jahr will der Hersteller aber das Angebot an Objektiven ausbauen.



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GourmetZocker 28. Sep 2018

Phu, da trifft ja einiges zu, danke für den Link.

Flasher 27. Sep 2018

Das bringt mich schon bei meiner M50 regelmäßig auf die Palme. Wenn man das Display...

berritorre 27. Sep 2018

Dito. Zumal Canon und Nikon im Moment weder mit Olympus noch mit Fuji wirklich...

Poolk 27. Sep 2018

Du meinst wohl den unterschied zwischen offenblende vs arbeitsblende. Dies ist bei Sony...

subjord 27. Sep 2018

Guck dir doch das aktuelle Vollformat Lineup von Nikon und Canon an. 2500 Euro für eine...


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