Objektive für wenig Geld

Als es an die Wahl der Optiken ging, wollte ich natürlich auf Sparkurs bleiben. Meine Wahl fiel auf das erste bildstabilisierte Objektiv von Canon: Das Canon EF 75-300mm f/4-5.6 von 1991. Es ist unglaublich langsam beim Fokussieren, der Stabilisator macht Geräusche wie der Anlasser eines Traktors und so richtig scharf wird es erst bei Blende 11. Wer die Herausforderung mag, ist hier richtig - und bezahlt meist nur wenig mehr als 80 Euro.

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Absolut empfehlen kann ich die preiswerten Normal-Optiken. Das Canon EF 50mm 1:1,8 II und das EF 50mm 1:1,8 STM sind in puncto Bildqualität ihren wesentlich teureren Konkurrenten kaum unterlegen. Sie sind ab 35 Euro auf dem Gebrauchtmarkt erhältlich, das STM kostet etwas mehr, weil es ein Metallbajonett und einen besseren Motor hat.

Viel mehr braucht es eigentlich nicht, um loszulegen. Der Vollständigkeit halber hatte ich mir noch eine Zoom-Optik für 50 Euro angeschafft (Canon 28 - 135mm/3,5 - 5,6 IS USM). Die halte ich inzwischen allerdings für überflüssig. Weitwinkelaufnahmen mache ich eher mit dem Smartphone und der Telebereich ist zu klein für meinen Geschmack. Dafür wiegt die Optik ein halbes Kilogramm und macht noch nicht einmal gute Bilder. Passend wäre natürlich das Canon EF 24-105mm 1:4L IS II USM - aber das kostet gebraucht mehr als die 5D und alle anderen Optiken zusammen.

Fehlt noch der Blitz. Preiswerte Modelle ohne TTL gibt es neu ab 60 Euro, Modelle von Yongnuo haben sich in meiner Ausrüstung über die Jahre bewährt. Wer bei Canon und auf dem Gebrauchtmarkt bleiben möchte, dem empfehle ich ein Speedlite 550EX mit E-TTL, das ab rund 40 Euro zu haben ist.

Die Nachteile einer Retro-Ausrüstung

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Auch wenn das Fotografieren mit den Oldies ungemein viel Spaß macht und die Ergebnisse überzeugen, will ich hier doch noch mal auf die Nachteile der 5D und 5D Mark II eingehen. Damit meine ich nicht die technischen Unzulänglichkeiten, denn die lassen sich durch Können ausgleichen - und wenn nicht, ist der Lerneffekt umso größer.

  • Die neuere 5D Mark II (oben) hat ein geringfügig geändertes Layout und drei frei belegbare Modi statt einem auf dem Moduswahlrad. (Bild: Martin Wolf / Golem.de)
  • Das Display ist bei beiden Kameras beleuchtet. (Bild: Martin Wolf / Golem.de)
  • Die Rückseite der 5D Mark II. (Bild: Martin Wolf / Golem.de)
  • Die Anschlüsse der 5D Mark II. (Bild: Martin Wolf / Golem.de)
  • Der Vollformatsensor ist zur Reinigung leicht erreichbar. (Bild: Martin Wolf / Golem.de)
  • Die Rückseite der 5D. (Bild: Martin Wolf / Golem.de)
  • Die Anschlüsse der 5D. (Bild: Martin Wolf / Golem.de)
  • Beide Kameras im ISO-Vergleich, die Bilder wurden um eine Blendenstufe in Lightroom aufgehellt. (Bild: Martin Wolf / Golem.de)
  • Mit der Software von Topaz Labs lassen sich die Bilder einfach entrauschen. (Bild: Martin Wolf / Golem.de)
  • Landschaftsfotografie ist eine Stärke der 5D Mark II ... (Bild: Martin Wolf / Golem.de)
  • ... aber auch die klassische 5D eignet sich dafür sehr gut. (Bild: Martin Wolf / Golem.de)
  • Trotz geringeren Beschnittmöglichkeiten sind Tierfotos kein Problem mit der 5D. (Bild: Martin Wolf / Golem.de)
  • Kleinere Motive profitieren von der höheren Auflösung der 5D Mark II. (Bild: Martin Wolf / Golem.de)
  • Der Live-View-Modus der 5D Mark II. (Bild: Martin Wolf / Golem.de)
  • Mit Magic Lantern lassen sich noch mehr Informationen und Helfer einblenden. (Bild: Martin Wolf / Golem.de)
  • Beide Kameras haben lediglich 9 Autofokuspunkte. (Bild: Martin Wolf / Golem.de)
  • Der Bildschirm der 5D Mark II ist nicht hochauflösend, aber nutzbar. (Bild: Martin Wolf / Golem.de)
Der Live-View-Modus der 5D Mark II. (Bild: Martin Wolf / Golem.de)

Weil die Geräte zwischen 13 und 16 Jahre alt sind, ist es nur eine Frage der Zeit, bis sie einfach den Geist aufgeben. Besonders schwierig ist das Lebensende der 5D zu prognostizieren. Meine 100-Euro-Kamera machte klaglos Hunderte Aufnahmen über einige Wochen hinweg, bevor sie nach einem Ausflug in den Schnee an einem recht kalten Tag einfach nicht mehr anging. Ich nehme an, dass sich ein Haarriss auf der Platine gebildet hat oder einer der Schließkontakte von Karten- oder Akkufach defekt ist.

Canon EOS 5D Mark II SLR-Digitalkamera (21 MP)

Bei der 5D Mark II hat man durch die Auslesbarkeit der Verschlussbewegungen zumindest einen Anhaltspunkt dafür, wie lange die Mechanik noch hält. Doch auch hier können sich weitere Verschleißerscheinungen bemerkbar machen. Anfällig sind beispielsweise die Pins des CF-Karteneinschubs. Verbiegt sich auch nur ein einziger von ihnen, muss ein Großteil der Kamera zerlegt werden. Ein gesprungenes Display ist hingegen leichter zu reparieren. Um auf Nummer sicher zu gehen, empfiehlt es sich, einen Adapter von SD auf CF zu nutzen. Eine Datenübertragung per Kabel geht zwar auch, aber der Mini-USB-Port ist eine weitere potenzielle Schwachstelle beider Geräte.

Ich würde aus diesen Gründen stark davon abraten, eine gebraucht gekaufte alte Spiegelreflex für berufliche Zwecke einzusetzen. Auch eine Hochzeit sollte man privat unter keinen Umständen mit lediglich einer 5D oder 5D Mark II fotografieren, wenn einem die Freundschaft des Brautpaares am Herzen liegt. Im schlimmsten Fall gibt es sonst von den entscheidenden Momenten nur ein paar Handybilder.

Wenn man über diese potenziellen Probleme hinwegsehen kann, bekommt man allerdings herausragende Kameras für einen kleinen Preis.

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 Hohe Bildqualität bei 5D und 5D Mark IIVerfügbarkeit und Fazit 
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sleepless55 22. Mär 2021

Hab mich sehr lange nicht mit der 5D MKII anfreunden können, denn der viel zu laute und...

obermeier 23. Feb 2021

Danke für den Hinweis! Aber müsste das dann nicht auch im Normalbetrieb passieren, wenn...

CmdrJameson 23. Feb 2021

6K¤ sind aber wesentlich mehr als das, was der Autor hier für das gebrauchte Stück...

superdachs 23. Feb 2021

Sicher brauchbar. Am besten noch die Filter raus. Die niedrig auflösenden...

zenker_bln 22. Feb 2021

Crop or Crap...die Diskussion um Vollformat <---klick mich eine kleine Aufklärung!



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