Eon: Audioversion der Pläne zur Stilllegung von Kernkraftwerk nötig

Eon wurde vom schleswig-holsteinischen Umweltministerium aufgefordert, eine Audioversion von Hunderten von Seiten technischer Dokumente zur Verfügung zu stellen, in denen die Pläne für die Stilllegung eines Atomkraftwerks beschrieben werden.
Eons Vorstandsvorsitzender Leonhard Birnbaum machte seiner Frustration über die überbordende Bürokratie in einem kürzlich gegebenen Interview Luft. Als Beispiel führte er an, dass das Unternehmen die Stilllegungspläne für das Kernkraftwerk Brokdorf(öffnet im neuen Fenster) sowohl in schriftlicher als auch in akustischer Form vorlegen müsse, um die Vorschriften zur Barrierefreiheit zu erfüllen.
Die Umwandlung technischer Dokumente in verständliche Audioversionen dürfte erhebliche Anstrengungen erfordern.
Die Anfrage kam vom Umweltministerium des Bundeslandes Schleswig-Holstein, das die Stilllegung von Brokdorf beaufsichtigt. Ein Sprecher des Ministeriums bestätigte einen Bericht von Business Punk(öffnet im neuen Fenster) , dass die Behörde eine "zugängliche Version" der öffentlichen Dokumente im Zusammenhang mit der Stilllegung und dem Rückbau des Kernkraftwerks von Eon verlangt hat.
Ursprünglich galten die Vorschriften nur für Webseiten des öffentlichen Sektors, doch mit dem Europäischen Gesetz zur Barrierefreiheit wurden sie auf den privaten Sektor ausgeweitet. Ab 2025 wird das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz in Deutschland in Kraft treten.
Das Umweltministerium wollte dem Bericht nach nicht bekanntgeben, wie viele Nutzer das Dokument abhören würden, und berief sich dabei auf Datenschutzbedenken. Angesichts der Art der Dokumente bleibt der praktische Nutzen einer solchen ausführlichen Audioversion zweifelhaft.



