Enzyklopädie: Putin will russische Wikipedia-Alternative
Kremlchef Wladimir Putin will neben einem Internet auch eine eigene, staatlich finanzierte Wikipedia-Alternative. Diese soll "verlässliche Informationen" in einer "modernen Form" präsentieren. Die Einträge existieren zum Teil schon.
Russland soll nach Auffassung von Kremlchef Wladimir Putin eine eigene Alternative zum Online-Lexikon Wikipedia bekommen. Das schlug er am 5. November 2019 in Moskau vor. Es sei besser, Wikipedia durch eine neue, große, russische Enzyklopädie zu ersetzen, sagte der Präsident nach Angaben der Agentur Ria Novosti. "Das werden dann verlässliche Informationen sein - präsentiert in einer guten, modernen Form", erklärte Putin. Die Regierung will für das Projekt bis 2022 umgerechnet 24 Millionen Euro bereitstellen.
Die kollaborativ erarbeitete Wikipedia zählt in ihrer russischen Variante über 1,5 Millionen Einträge und gehört damit zu den umfangreichsten Unterseiten von Wikipedia. Die deutsche Sprachvariante hat knapp 2,3 Millionen Einträge, die englischsprachige fast 6 Millionen Beiträge. Laut Newsweek bezieht sich Putin mit seinen Plänen auf die zwischen 2007 und 2014 in gedruckter Fassung erschienene russische Enzyklopädie. Diese soll vom Staat Geld erhalten, um eine elektronische Variante der Enzyklopädie zu erstellen und im Internet zu veröffentlichen. Wie die staatlich finanzierte Enzyklopädie umgesetzt werden soll und ob durch deren Aufbau die offene Wikipedia eingeschränkt werden soll, ist nicht bekannt.
Erst kürzlich trat in Russland ein umstrittenes Gesetz für ein eigenständiges Internet unter staatlicher Kontrolle in Kraft. Die Ankündigung einer staatlich finanzierten Enzyklopädie als Alternative zu Wikipedia dürfte die mit dem Umbau des russischen Internets einhergehenden Zensur- und Überwachungsbefürchtungen weiter schüren.
Das russische Parlament hatte das Gesetz im April mit großer Mehrheit angenommen. Kritiker sehen das Gesetz als einen Vorwand für eine Ausweitung der politischen Kontrolle in Russland. Die Organisation Reporter ohne Grenzen (ROG) beklagte, dass damit die Internetzensur in Russland auf eine neue Stufe gehoben wird. Reporter ohne Grenzen sieht darin einen Verstoß gegen Menschenrechte wie Meinungsfreiheit und ungehinderten Zugang zu Informationen. Schon jetzt sind in Russland viele Internetseiten - etwa von der Opposition - blockiert.
Die russische Regierung weist die Bedenken der Kritiker zurück. Kremlsprecher Dmitri Peskow betonte, es sei nicht geplant, Russland vom Internet abzukoppeln. Vielmehr bestehe die Gefahr, dass der Westen Russland vom Netz abklemme. Deshalb brauche das Land eine unabhängige digitale Infrastruktur für ein autonomes Internet. Der russische Präsident Wladimir Putin verteidigte das Projekt als notwendig für die nationale Sicherheit.
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China hat das schon lange... nach eigenen Angaben hat Baidu Baike 16 millionen Einträge...
Es ist sehr erfreulich, dass es mehr Konkurrenzprodukte zur Wikipedia geben wird. Sicher...
Wart mal 'nen Druck ab. Kommt hier auch noch
was im russischen Onlinelexikon unter dem Stichwort Katyn steht ...