• IT-Karriere:
  • Services:

Enzyklopädie: Putin will russische Wikipedia-Alternative

Kremlchef Wladimir Putin will neben einem Internet auch eine eigene, staatlich finanzierte Wikipedia-Alternative. Diese soll "verlässliche Informationen" in einer "modernen Form" präsentieren. Die Einträge existieren zum Teil schon.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Putin will nicht nur ein Staatsnetz, sondern auch eine russische Alternative zu Wikipedia.
Putin will nicht nur ein Staatsnetz, sondern auch eine russische Alternative zu Wikipedia. (Bild: Dimitro Sevastopol/Pixabay)

Russland soll nach Auffassung von Kremlchef Wladimir Putin eine eigene Alternative zum Online-Lexikon Wikipedia bekommen. Das schlug er am 5. November 2019 in Moskau vor. Es sei besser, Wikipedia durch eine neue, große, russische Enzyklopädie zu ersetzen, sagte der Präsident nach Angaben der Agentur Ria Novosti. "Das werden dann verlässliche Informationen sein - präsentiert in einer guten, modernen Form", erklärte Putin. Die Regierung will für das Projekt bis 2022 umgerechnet 24 Millionen Euro bereitstellen.

Stellenmarkt
  1. Schaeffler Paravan Technologie GmbH & Co. KG, Schorndorf, Schorndorf
  2. Deutsche Bahn AG, Frankfurt

Die kollaborativ erarbeitete Wikipedia zählt in ihrer russischen Variante über 1,5 Millionen Einträge und gehört damit zu den umfangreichsten Unterseiten von Wikipedia. Die deutsche Sprachvariante hat knapp 2,3 Millionen Einträge, die englischsprachige fast 6 Millionen Beiträge. Laut Newsweek bezieht sich Putin mit seinen Plänen auf die zwischen 2007 und 2014 in gedruckter Fassung erschienene russische Enzyklopädie. Diese soll vom Staat Geld erhalten, um eine elektronische Variante der Enzyklopädie zu erstellen und im Internet zu veröffentlichen. Wie die staatlich finanzierte Enzyklopädie umgesetzt werden soll und ob durch deren Aufbau die offene Wikipedia eingeschränkt werden soll, ist nicht bekannt.

Erst kürzlich trat in Russland ein umstrittenes Gesetz für ein eigenständiges Internet unter staatlicher Kontrolle in Kraft. Die Ankündigung einer staatlich finanzierten Enzyklopädie als Alternative zu Wikipedia dürfte die mit dem Umbau des russischen Internets einhergehenden Zensur- und Überwachungsbefürchtungen weiter schüren.

Das russische Parlament hatte das Gesetz im April mit großer Mehrheit angenommen. Kritiker sehen das Gesetz als einen Vorwand für eine Ausweitung der politischen Kontrolle in Russland. Die Organisation Reporter ohne Grenzen (ROG) beklagte, dass damit die Internetzensur in Russland auf eine neue Stufe gehoben wird. Reporter ohne Grenzen sieht darin einen Verstoß gegen Menschenrechte wie Meinungsfreiheit und ungehinderten Zugang zu Informationen. Schon jetzt sind in Russland viele Internetseiten - etwa von der Opposition - blockiert.

Die russische Regierung weist die Bedenken der Kritiker zurück. Kremlsprecher Dmitri Peskow betonte, es sei nicht geplant, Russland vom Internet abzukoppeln. Vielmehr bestehe die Gefahr, dass der Westen Russland vom Netz abklemme. Deshalb brauche das Land eine unabhängige digitale Infrastruktur für ein autonomes Internet. Der russische Präsident Wladimir Putin verteidigte das Projekt als notwendig für die nationale Sicherheit.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. bis -25% auf Monitore und Notebooks, 15% auf Hardware und bis -40% auf Zubehör und Software)
  2. (u. a. Frühjahrsangebote mit reduzierter Hardware, PC-Zubehör und mehr)
  3. 44€ (Bestpreis mit Media Markt. Vergleichspreis ca. 55€)
  4. 5€ (Bestpreis!)

ganten 08. Nov 2019

China hat das schon lange... nach eigenen Angaben hat Baidu Baike 16 millionen Einträge...

ganten 08. Nov 2019

Es ist sehr erfreulich, dass es mehr Konkurrenzprodukte zur Wikipedia geben wird. Sicher...

RaZZE 07. Nov 2019

Wart mal 'nen Druck ab. Kommt hier auch noch

Anonymer Nutzer 07. Nov 2019

was im russischen Onlinelexikon unter dem Stichwort Katyn steht ...

tg-- 06. Nov 2019

Hervorragende Idee von Putin. Hoffentlich unterstützt die Rossiyapedia dann auch...


Folgen Sie uns
       


Motorola Razr (2019) - Hands on

Das neue Motorola Razr lässt sich wie das alte Razr V3 zusammenklappen - das Display ist allerdings faltbar und geht über die gesamte Innenfläche des Smartphones.

Motorola Razr (2019) - Hands on Video aufrufen
Coronavirus: Spiele statt Schule
Coronavirus
Spiele statt Schule

Wer wegen des Coronavirus mit Kindern zu Hause ist, braucht einen spannenden Zeitvertreib. Unser Autor - selbst Vater - findet: Computerspiele können ein sinnvolles Angebot sein. Vorausgesetzt, man wählt die richtigen.
Von Rainer Sigl

  1. China Bei Huawei füllen sich die Büros nach Corona wieder
  2. Schulunterrricht Datenschützer hält Skype-Nutzung für bedenklich
  3. Coronakrise Netzbetreiber dürfen Dienste und Zugänge drosseln

Disney+ im Test: Ein Fest für Filmfans
Disney+ im Test
Ein Fest für Filmfans

Wir haben Disney+ vor dem Deutschlandstart getestet und sind begeistert. Das Abo ist perfekt für Familien mit Schulkindern. Filmfans können sich über Bonusmaterial freuen, das Amazon Prime Video, Netflix und Sky gar nicht kennen.
Ein Test von Ingo Pakalski

  1. Rabatte für Disney+ Disney erlaubt Aussetzen des vergünstigten Jahresabos
  2. Netflix-Konkurrenz Disney+ für Telekom-Kunden ein halbes Jahr gratis
  3. Konkurrenz für Netflix und Prime Video Disney nennt Filme und Serien für Disney+ in Deutschland

Datenschutz: Dürfen Ärzte, Lehrer und Anwälte Whatsapp beruflich nutzen?
Datenschutz
Dürfen Ärzte, Lehrer und Anwälte Whatsapp beruflich nutzen?

Das Coronavirus zwingt Ärzte, Lehrer und Rechtsanwälte zu digitaler Kommunikation mit und über ihre Patienten, Schüler und Mandanten. Viele setzen auf Whatsapp. Verstoßen sie damit gegen den Datenschutz oder machen sich gar strafbar?
Von Harald Büring

  1. Coronavirus Britische Soldaten müssen Whatsapp-Befehlen folgen
  2. Sicherheitslücke Dateien auslesen mit Whatsapp Desktop
  3. Messenger Whatsapp deaktiviert Chatexport in Deutschland

    •  /