Entwicklung: Oracle verschickt offenbar E-Mails mit Java-Lizenzfallen
Mit einer Art Kaltakquise per E-Mail versucht der IT-Konzern Oracle derzeit offenbar Kunden zum Wechsel ihrer Lizenz für Java SE zu bewegen. Die neuen Lizenzen werden als einfacher als bisher angepriesen, Oracle verschweigt dabei aber, dass die Kosten nach dem Wechsel deutlich steigen könnten. Das berichtet The Register(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf entsprechende E-Mails an Kunden, die das Magazin einsehen konnte.
Hintergrund der vermeintlichen E-Mail-Angebote ist dabei die erst im Januar neu eingeführte sogenannte Java SE Universal Subscription(öffnet im neuen Fenster) . Oracle preist das Java-Lizenzabo als "ein einfaches, kostengünstiges Monatsabonnement, das Java-SE-Lizenzierung und -Support für die Nutzung auf Desktops, Servern oder in der Cloud beinhaltet. Das Abonnement bietet Zugang zu getesteten und zertifizierten Leistungs-, Stabilitäts- und Sicherheitsupdates für Java SE."
Universell sei das Lizenzabo, weil damit die gesamte Java-Nutzung im Unternehmen abgedeckt werden könne, ohne wie bisher auf ein kompliziertes Tracking oder Mehraufwand für die Lizenzverwaltung setzen zu müssen. In den derzeit verschickten E-Mails dazu heißt es: "Die Kunden müssen nicht mehr jeden Prozessor oder Benutzernamen zählen" . Dabei werden die Kunden dazu aufgefordert, über den Wechsel auf die neue Lizenz nachzudenken.
Teure Lizenzen von Oracle und freie Alternativen
Was Oracle dabei wohl wissentlich verschweigt, ist, dass das neue Abo für einige Unternehmen deutlich teurer werden kann als die bisherigen Lizenzen. Denn die Abopreise belaufen sich auf 15 US-Dollar im Monat pro Angestellten. Dem Bericht zufolge führt das in einem Extrembeispiel bei der Nutzung von Java auf fünf Servern zu Kosten von rund 100.000 britischen Pfund.
Alternativ können Oracle-Kunden und Java-Anwender möglicherweise aber auch auf das freie OpenJDK wechseln, das frei lizenziert ist und als Referenzimplementierung für Java gilt. Bereitgestellt wird dies etwa über Eclipse Adoptium(öffnet im neuen Fenster) . Aber auch Konzerne wie Microsoft und Amazon pflegen jeweils eigene Java-Distributionen, die sie an ihre Kunden weiterreichen.
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