Entwicklung: Mold-Linker erzwingt kommerzielle Lizenz für MacOS und iOS

Der Hauptentwickler des Mold-Linkers, Rui Ueyama, kündigt in den Release Notes zur aktuellen Version 1.8.0 an(öffnet im neuen Fenster) , dass die Software von nun an nicht mehr über die Unterstützung für MacOS und iOS verfügt. Dies war zuvor noch experimentell Teil von Mold. Zur weiteren Nutzung mit den Apple-Betriebssystemen verweist Ueyama stattdessen auf die eigene Abspaltung Sold.
Bei dem Sold-Linker handelt es sich um eine kommerzielle Variante des Mold-Linkers, der nicht unter der bisherigen Open-Source-Lizenz AGPL zur Verfügung steht. Stattdessen komme eine "gewöhnliche" proprietäre Lizenz zum Einsatz, die pro Nutzer und pro Monat oder Jahr in einem Abo-Modell zur Verfügung stehe. Sold sei dabei lediglich eine Erweiterung von Mold um den Support von MacOS und iOS. Das Wortspiel in Bezug auf den Namen sei dabei bewusst gewählt.
Bereits vor wenigen Wochen kündigte Ueyama an , dass er erwäge, die Lizenz des Projektes zu ändern. Denn mit Mold erstellt der Entwickler, der auch den LLVM-Linker LLD initiierte, einen schnelleren Ersatz für LLD und den Standard-GNU-Linker. Seit etwa zwei Jahren geschieht das zwar in Vollzeit, eigenen Angaben zufolge bisher aber ohne eine entsprechende Refinanzierung.
Ueyama schrieb damals dazu: "Ich dachte, dass ich ein angenehmes Einkommen erzielen könnte, wenn Mold populär würde, aber leider verliere ich immer noch mein Geld. Ich denke, ich muss etwas unternehmen, um das Projekt langfristig nachhaltig zu machen." Mithilfe der neuen kommerziellen Lizenz für die Apple-Systeme versucht der Entwickler nun offenbar genau das zu erreichen. Entsprechende Pläne hatte Ueyama bereits erörtert und auch um Feedback der Community und Nutzer gebeten. Das scheint positiv ausgefallen zu sein.