Entwicklung: Google will geräte- und weltübergreifend entwickeln lassen
Auf seiner Entwicklungskonferenz I/O 2022 hat Google in der vergangenen Woche nicht nur neue Produkte wie für die Pixel-Reihe und erwartbare Updates für Android angekündigt. Mit den speziell auf die Entwicklung gerichteten Neueinführung an APIs, Angeboten und Funktionen unterstreicht der Konzern seinen Allmachtsanspruch: Für wirklich jedes Entwicklungsteam auf der Welt will das Unternehmen passende Produkte anbieten(öffnet im neuen Fenster) . Das gilt für die Cloud, das Web, Desktops, und nicht zuletzt für Android, dass immer mehr zum Betriebssystem für alle für wird.
Eine wohl wortwörtlich weltumspannende Technik ist dabei das neue ARCore Geospatial API(öffnet im neuen Fenster) für Android und iOS. Die Schnittstelle ermöglicht Zugriff auf die globale Lokalisierung, mit der Google bereits seine Live-Ansicht in Google Maps umsetzt. Die Einführung der API eröffne dabei laut der Ankündigung "fast 15 Jahre unseres Verständnisses der Welt durch Google Maps, um Entwicklern dabei zu helfen, AR-Erlebnisse zu erstellen, die immersiver, reichhaltiger und nützlicher sind."
Entwickler sollen die API einsetzen, da es für Endnutzer damit einfacher werde, AR-Anwendungen schneller zu entdecken und mit diesen zu interagieren. Grundlage bilden die Arbeiten für Google Maps, so dass sich die eigene Position auf einem Gerät in weniger als einer Sekunde bestimmen lasse. Möglich wird diese schöne neue Welt letztlich aber nur dort, wo Googles Street View verfügbar ist.
Um sich selbst mit der neuen Technik vertraut machen zu können, hat Google zwei Beispiel-Apps, die die neue API nutzen, als Open Source veröffentlicht. In der einen lassen sich Luftballons in der Welt platzieren und anschließend mit einer Zwille beschießen(öffnet im neuen Fenster) . Die andere ermöglicht das Bepflanzen der Welt mit digitalen Pflanzen(öffnet im neuen Fenster) .
Alles für das Google-Wallet
Auf der diesjährigen I/O hat Google auch die Idee der Google Wallet reaktiviert. Damit diese letztlich auch so funktioniert und genutzt wird wie sich der Konzern das vorstellt, braucht es dafür weitreichende Integrationen(öffnet im neuen Fenster) . Verwalten Apps etwa Eintrittskarten ( digital passes ) oder Ähnliches, können diese nun schnell und einfach in der Wallet abgelegt werden. Zugriff darauf erhalten Nutzer etwa über den Android-Lock-Screen.
Das Android SDK ermöglicht dazu nun die Definition eines generischen Pass-Typen. Mit diesem sollen sich jedwede Art von Ticket oder Karte in der Wallet speichern lassen können. Das Aussehen dieses gespeicherten Typs kann dann ebenfalls selbst gewählt werden. Außerdem sind nun auch Gruppenpässe möglich. Zur Einführung der Wallet hat Google seine Pay-API erweitert und in Wallet API umbenannt(öffnet im neuen Fenster) , die bisherigen Integrationen sollen zunächst aber erhalten bleiben.
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Mit der neuen Google Pay & Wallet Console(öffnet im neuen Fenster) sollen Entwickler künftig darüber hinaus Funktionen der Dienste besser verwalten können. Über die Developer-Console sollen Tickets, Rabattprogramme, Angebote oder ähnliche zentral gesteuert werden können. Mit der neuen Wallet Console soll es auch einfacher möglich sein, einheitliche Informationen wie jene zum eigenen Geschäft besser wiederverwenden zu können.
Zusammen gucken, Zusammen arbeiten
Neu eingeführt hat Google außerdem das Meet Live Sharing SDK(öffnet im neuen Fenster) , das nun als Vorschau bereitsteht. Dazu heißt es in der Ankündigung: "Die Nutzer können nun zusammenkommen und innerhalb einer App Erfahrungen miteinander teilen, zum Beispiel eine Fernsehsendung streamen, Videos auf YouTube in eine Warteschlange stellen, gemeinsam an einer Musikwiedergabeliste arbeiten, an einer Tanzparty teilnehmen oder über Google Meet gemeinsam trainieren."
Die zwei Hauptfunktionen, die das SDK ermöglichen soll, beschreibt Google als Co-Watching und Co-Doing. Bei dem einen werden also Videoinhalte in einer App über die Nutzer hinweg synchronisiert. Bei dem anderen soll sich "beliebiger App-Inhalt" synchronisieren lassen. Beide sollen sich explizit auch parallel zueinander nutzen lassen können.
Abseits dieser vorgestellten aber auch eher spezialisierten SDKs und APIs will Google mit zahlreichen weiteren Neuerungen die plattformübergreifende Entwicklung vereinfachen.
Neuerung für Android, die Cloud, Desktop und das Web
Erfolgreich umgesetzt hat Google sein Ziel der plattformübergreifenden Entwicklung zum Beispiel mit Flutter 3(öffnet im neuen Fenster) . Das eigentlich erst für Mobilgeräte gedachte Framework zur App-Entwicklung unterstützt nun offizielle auch MacOS und Linux-Systeme. Das Team geht in seiner Ankündigung davon aus, dass mit Flutter inzwischen mehr als 500.000 Apps erstellt worden sind. Die lassen sich theoretisch auf alle unterstützen Plattformen und Formfaktoren ausführen.
Für Flutter 3 hat das Team eigenen Angaben zufolge auch zahlreiche Grundlage des Frameworks verbessert sowie die Leistung und Produktivität gesteigert. Auf Macs mit den Apple Silicon ARM-Chips läuft Flutter nun vollständig nativ. Die Arbeit am Material Design 3 habe das Team für Flutter so gut wie beendet. Zahlreiche weitere technische Details liefert ein ausführlicher Blogpost(öffnet im neuen Fenster) .
Live Edit in Android Studio und schnellere Apps
Die für Android-Entwickler wohl wichtigste Neuerung der I/O 2022 dürften die Live-Vorschauen in der Standard-IDE Android Studio(öffnet im neuen Fenster) sein. Dabei handelte es sich noch um eine experimentelle Funktion, die für Ansichten nutzbar ist, die mit Jetpack Compose erstellt werden. Vorschauen, Emulatoren oder physische Geräte sollen sich damit unmittelbar in der Entwicklung aktualisieren lassen, sodass Code-Änderungen direkt sichtbar werden. Damit sollen Kontextwechsel reduziert werden. Das gilt zunächst hauptsächlich für Änderungen an UI und UX.
Neu in Jetpack Compose ist außerdem der Support für WearOS(öffnet im neuen Fenster) sowie Tablets. Über die Multi-Preview Annotation(öffnet im neuen Fenster) in Android Studio sollen sich mit Compose auch leichter Apps für verschiedene Formfaktoren entwickeln lassen. Im Zusammenspiel mit Android Studio soll sich auch die Leistung einer App besser verstehen und beurteilen lassen.
Mit den sogenannten Baseline Profiles sollen sich Apps Metadaten an die Android-Laufzeitumgebung weitergeben lassen, die wiederum für ein Ahead-of-Time-Kompilieren genutzt werden. Das soll Apps um bis zu 30 Prozent bei Start beschleunigen können. Das Kompilieren geschieht dabei zum Zeitpunkt der Installation und erzeugt statisch gelinkten Binärcode. Die Arbeiten sind Teil der Jetpack-Bibliotheken(öffnet im neuen Fenster) , die nun unter anderem einen inkrementellen Data-Fetch umsetzen. Weitere Details liefert die Ankündigung zu Jetpack und die Übersicht zu den Neuerungen für Android-Entwickler(öffnet im neuen Fenster) .
Mehr Sprachen für Wasm und Cloud-Angebote
Für seine Webplattform hat Google die Unterstützung von Sprache mit einer integrierten Speicherverwaltung für Webassembly angekündigt. Dazu gehören das von Google initiierte Dart sowie die Android-Sprachen Java und Kotlin. Die zahlreichen weiteren Änderungen für das Web fasst Google in einem eigenen Vortrag zusammen(öffnet im neuen Fenster) . Aufgeführt werden hier etwa COLRv1(öffnet im neuen Fenster) , Bfcache(öffnet im neuen Fenster) , die Navigation- und Page-Transition-APIs(öffnet im neuen Fenster) oder auch die Web-Codecs-API .
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Für seine Cloud-Kunden hat Google mit der AlloyDB for PostgreSQL(öffnet im neuen Fenster) ein komplett verwaltetes Datenbank-Angebot vorgestellt, das kompatibel zu PostgreSQL sein soll. Im Vergleich zu der Open-Source-Lösung soll das Cloud-Angebot Transaktionen viermal so schnell ausführen können, Analyse-Abfrage gar hundertfach schneller.
Als Vorschau vorgestellt hat Google außerdem die sogenannten Cloud Run Jobs. Damit soll vor allem die benötigte Zeit für administrative Tätigkeiten wie Datenbank-Migrationen oder Bata-Data-Transformationen reduziert werden können. Im Prinzip sollen dabei schlicht kleinere Skripte schnell in der Container-Umgebung Cloud Run ausgeführt werden können. Weitere Details zur Cloudplattform finden sich in der Ankündigung(öffnet im neuen Fenster) .
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