Entwicklerwerkzeuge: Firefox kann das Netzwerk drosseln
Es ist nur eine vergleichsweise kleine neue Funktion, aber für viele direkt oder indirekt eine große Hilfe: Die Nightly-Version des Firefox hat die Entwicklerwerkzeuge des Browsers um eine eingebaute Datendrossel erweitert(öffnet im neuen Fenster). Damit können Nutzer verschiedene Netzwerkgeschwindigkeiten simulieren, um eine Ahnung davon zu bekommen, wie sich ihre Webseite unter den veränderten Bedingungen verhält.
Laut Mozilla sei diese Funktion besonders wichtig bei der Programmierung von Webseiten mit einem responsiven Design, also jenen, die sich abhängig von eingesetztem Gerät und Nutzungsszenarien automatisch anpassen. Interessant wird diese Funktion aber nicht nur für sehr moderne große Webseiten, die auch auf Smartphones noch vernünftig laufen sollen, sondern auch für jene, deren Nutzer eine nach heutigen Standards tatsächlich nur sehr langsame Verbindung nutzen können, wie etwa in großen Teilen Südamerikas, Afrikas oder Indiens.
Zwangsdrossel auch in Chrome und bei Facebook
Sowohl die Funktion in den Entwicklertools als auch die Idee zur Zwangsdrossel sind nicht neu, Firefox zieht hier nur gleichauf. So verfügen etwa die Entwicklerwerkzeuge in Googles Chrome-Browser seit längerem über eine solche Funktion, die auch optisch der nun in Firefox Nightly verfügbaren ähnelt.
Die Notwendigkeit der Entwicklung mit der Zwangsdrossel mag zunächst ungewöhnlich erscheinen, hat aber auch abseits des aufgebrauchten Datenvolumens in deutschen Mobilfunknetzen praktischen Nutzen. So testete Facebook bei seinen Entwicklern eine Zwangsdrossel, um seine Produkte für den Markt in Entwicklungs- und Schwellenländern zu optimieren.
Ein ähnliches Ziel wie Facebook, wenn auch mit klar anderer Motivation, verfolgt Firefox-Hersteller Mozilla, der nach Möglichkeiten sucht, die weltweit vom Netz abgehängten Personen doch noch ins Web zu bringen. Die neue kleine Funktion im Firefox passt da strategisch sehr gut.
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