Entwicklerstudio: Disney schließt Lucas Arts

Seine Glanzzeit hatte Lucas Arts(öffnet im neuen Fenster) in den 80er und 90er Jahren, jetzt ist Schluss: Der Medienkonzern Disney, der das Firmenimperium von George Lucas im Oktober 2012 gekauft hatte, schließt das Entwicklerstudio. Rund 200 Mitarbeiter verlieren ihren Arbeitsplatz – einige sollen allerdings zu Disney Interactive wechseln können und ein kleines Restteam sich um die Betreuung der Lizenzen kümmern.

Die Fortführung aktueller Projekte bei anderen Teams werde geprüft, so Disney. Dabei geht es vor allem um das Actionspiel Star Wars 1313 und das noch nicht offiziell präsentierte, aber Gerüchten zufolge ebenfalls weit fortgeschrittene Star Wars First Assault. Disney will die Rechte zur Produktion von Games etwa zu den neuen Star-Wars-Filmen künftig an andere Publisher vergeben.

Lucas Arts wurde 1982 gegründet, damals noch unter der Bezeichnung Lucasfilm Games. Bahnbrechend waren vor allem die Adventures des Studios wie das 1987 veröffentlichte Maniac Mansion und Spiele auf Basis von Indiana Jones, vor allem aber die Serie Monkey Island. Die Titel entstanden vor allem um ein Team auch heute noch tätiger Entwickler wie Tim Schafer und Ron Gilbert.
Auch einige Spiele auf Basis von Star Wars gehören inzwischen zu Klassikern, etwa die Actionspiele der Jedi-Knight-Reihe. Aus Anlass der Schließung von Lucas Arts hat das zu Activision gehörende Entwicklerstudio Raven die Quellcodes von zwei Titeln der Serie veröffentlicht, nämlich zu Jedi Knight 2: Jedi Outcast(öffnet im neuen Fenster) und Jedi Academy(öffnet im neuen Fenster) .
In den vergangenen Jahren war es deutlich ruhiger um Lucas Arts geworden. Zum einen hatte die Qualität der Spiele nachgelassen: Das letzte, 2010 veröffentlichte Star-Wars-Spiel The Force Unleashed 2 war ordentlich, aber damit eben weit von dem Glanz älterer Spiele entfernt – das Golem.de-Fazit damals lautete "Entfesselte Mittelmäßigkeit" . Zum anderen gab es eine Reihe von Veröffentlichungen, die nicht so recht zum eigentlichen Profil der Firma passen wollten, etwa das Actionspiel Fracture oder das düstere Abenteuer Lucidity .



