Entwicklerstudio: Crytek räumt finanzielle Probleme ein

"Wie die gesamte Gaming-Branche befindet sich auch Crytek in einem Umbruch" , so das Frankfurter Entwicklerstudio Crytek(öffnet im neuen Fenster) (Crysis, Ryse) in einer am Freitagabend verbreiteten Erklärung, in der das Unternehmen erstmals etwas ausführlicher auf finanzielle Schwierigkeiten eingeht. Deren Grund sei der "Wandel von Retail-Produkten hin zu Onlinegame-Services sowie die Etablierung von Crytek als erfolgreichem Online-Publisher."

Das Unternehmen schreibt aber, dass der für die Bewältigung dieser Herausforderungen nötige Kapitalbedarf "nun gedeckt" sei, was die "langfristige strategische Ausrichtung von Crytek" auf "die Entwicklung und Vermarktung von Spielen und Technologie" ermögliche. Auf Einzelheiten will das Unternehmen nicht näher eingehen. Es räumt ein, dass die Informationspolitik gegenüber seinen Mitarbeitern "in der Vergangenheit nicht immer optimal" war.

Seit Ende Juni 2014 gibt es immer wieder Berichte aus unterschiedlichen Quellen über Probleme bei Crytek – die von der Firma aber in einem Statement dementiert wurden. In den Meldungen ging es unter anderem um nicht geleistete Gehaltszahlungen, Arbeitsniederlegungen in der Niederlassung in Großbritannien , in der eigentlich an Homefront 2 gearbeitet werden soll, sowie um Kündigungen. In den vergangenen Tagen war etwa bekannt geworden, dass Tiago Sousa, der langjährige Grafikprogrammierer, zu id Software nach Dallas wechselt, und dass auch Spieldesigner Mike Read das Unternehmen verlassen hat.
Crytek kündigt an, "bald weitere positive Nachrichten bekannt geben zu können" . Bis dahin bittet das Unternehmen um Geduld.