Entwickler rechnet ab: "Bitcoin ist gescheitert"

Die größten Probleme einer Kryptowährung? Offensichtlich nicht rein technische. Das schreibt ein langjähriger Bitcoin-Entwickler. Er prophezeit keine rosige Zukunft für das Projekt.

Artikel veröffentlicht am ,
Innerhalb der Bitcoin-Community gibt es offenbar Zoff und aufgestaute Emotionen.
Innerhalb der Bitcoin-Community gibt es offenbar Zoff und aufgestaute Emotionen. (Bild: Karen Bleier/AFP/Getty Images)

Der ehemalige Bitcoin-Entwickler Mike Hearn hat das Kryptowährungsprojekt in einem Blogpost als gescheitert bezeichnet. Größtes Problem des Projektes seien aber nicht technische Probleme, sondern Probleme innerhalb der Entwicklercommunity.

Inhalt:
  1. Entwickler rechnet ab: "Bitcoin ist gescheitert"
  2. 'Großartig, dass Bitcoin keine Demokratie ist'

Bitcoin sei immer ein Experiment gewesen, schreibt Hearn. Und wie alle Experimente könne es scheitern. Das sei auch kein Problem, wenn Informationen transparent an Nutzer und Investoren der Kryptowährung weitergegeben würden. Niemand solle mehr Geld in Bitcoin investieren, als er problemlos verlieren könne. Doch im vergangenen Jahr sei der Informationsfluss fast vollständig zum Erliegen gekommen - viele Investoren seien über relevante Entwicklungen von Bitcoin nicht mehr informiert gewesen. "Innerhalb von nur acht Monaten ist Bitcoin von einem transparenten, Community-getriebenen Projekt zu einem Projekt geworden, das von Zensur und Angriffen auf Bitcoiner geprägt ist", schreibt er.

Unklare Zuständigkeiten in der Entwickler-Community

Ein Teil des Problems, so Hearn, seien unklare Zuständigkeiten innerhalb des Führungsteams. Nachdem der geheimnisvolle Bitcoin-Gründer Satoshi Nakamoto das Projekt verlassen hat, habe er dem erfahrenen Entwickler Gavin Andresen die Leitung übertragen. Weil dieser das Projekt aber nicht allein leiten wollte, holte er weitere Entwickler ins Bitcoin-Kernteam - eine Entscheidung, die er später vermutlich bereute.

Denn obwohl die Strukturen und die Bedeutung von Bitcoin über die Jahre hinweg größer wurden, habe es keine klaren Zuständigkeiten und keinen klaren Führungsauftrag mehr gegeben, schreibt Hearn. Deswegen sei die Entscheidung über die Anhebung der Blockgröße innerhalb der Bitcoin-Community immer wieder vertagt worden. Doch diese Unfähigkeit zur Entscheidung habe das Netzwerk an den Rand des Zusammenbruchs geführt. Einzelne Transaktionen hätten immer wieder nicht zuverlässig oder nur mit großem Zeitverzug ausgeführt werden können, weil die Blöcke innerhalb der Blockchain schlicht zu klein wurden. Das reale Limit für Transaktionen habe 700 Kbyte pro Sekunde betragen - das würde weniger als 3 Transaktionen pro Sekunde ermöglichen. Eine langfristige Skalierung werde so nicht möglich sein.

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Eigentlich sollten entsprechende Nachfragespitzen durch automatisch steigende Gebühren abgefangen werden. Doch auch dieser Mechanismus würde nicht helfen, das Netzwerk zuverlässig genug zu gestalten, schreibt Hearn. Tatsächlich müssen für Bitcoin-Transaktionen mittlerweile teilweise höhere Preise gezahlt werden, als für die Nutzung von Kreditkarten.

Ein Grund, der die Umstellung behindere, sei der große Einfluss einzelner Miner. 50 Prozent der Blockchain seien unter der Kontrolle nur zweier Miner aus China. Diese würden eine Umstellung auf ein vermeintlich konkurrierendes System behindern, um Investoren nicht zu verunsichern.

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'Großartig, dass Bitcoin keine Demokratie ist' 
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ND 22. Dez 2017

Für die Rettung von Bitcoins empfehle ich BitcoinRettung auf http://www.BitcoinRettung.com

BLi8819 22. Jan 2016

Welche Frage habe ich denn nicht beantwortet? Hinter dem Bitcoin steht dessen Community...

Bill Carson 21. Jan 2016

Nutzen; Verwendung als Schmuck bei Gold etwa wird meist genannt, kennt jeder. Man kann...

Bill Carson 21. Jan 2016

Das klingt so, als wenn 'Währung' für dich gleichbedeutend mit garantierter Sicherheit...



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