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Entwickler Nguyen Ha Dong: Flappy Bird hat ausgeflattert

Er verdient nach eigenen Angaben 50.000 US-Dollar am Tag mit Flappy Bird, trotzdem wird dem Entwickler Nguyen Ha Dong der Rummel darum offenbar zu viel: Er hat das Programm am Sonntag aus den Appstores entfernt. Es gibt das Gerücht, dass Nintendo hinter dem "Game Over" steckt.
/ Peter Steinlechner
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Flappy Bird (Bild: Nguyen Ha Dong)
Flappy Bird Bild: Nguyen Ha Dong

Wer der Anziehungskraft des Geschicklichkeitsspiels Flappy Bird – und damit dessen durchaus hohem Suchtpotenzial – bislang unter Aufbietung aller Kräfte widerstanden hat, muss offenbar nicht mehr lange gegen seine Neugier kämpfen: Der aus Vietnam stammende Entwickler Nguyen Ha Dong hat am Sonntag per Twitter(öffnet im neuen Fenster) angekündigt, die "flatternden Vögel" um etwa 18 Uhr unserer Zeit aus den Appstores von Android und iOS zu entfernen. Tatsächlich ist es dort mittlerweile nicht mehr zu finden.

Flappy Bird ausprobiert
Flappy Bird ausprobiert (00:50)

Anscheinend ist dem Entwickler der plötzliche Rummel um Flappy Bird zu viel geworden. Nguyen Ha Dong hat zwar nach eigenen Angaben rund 50.000 US-Dollar am Tag mit Werbung verdient – allerdings gilt er als eher introvertierter Mensch, der Ruhe und Frieden mag. Auf Twitter schrieb er direkt im Zusammenhang mit der Ankündigung, sein Spiel aus den Appstores zu entfernen: "Ich halt das einfach nicht mehr aus." Auch in älteren Tweets von ihm ist zu lesen, dass ihm der Rummel um das Spiel und um seine Person zu viel wird.

Es gibt aber auch das Gerücht, dass Nintendo mit rechtlichen Schritten gegen Nguyen Ha Dong gedroht hat, weil Flappy Bird zu sehr an Mario Bros. erinnere. Die Nachrichtenagentur Reuters(öffnet im neuen Fenster) hat direkt bei Nintendo nachgefragt, aber von einem Sprecher lediglich die Auskunft erhalten, dass das alles "nur nach einem Gerücht klingt, und wenn es das ist, kommentieren wir es ganz bestimmt nicht" . Ein klares Dementi klingt eigentlich anders. Nguyen Ha Dong allerdings selbst hat per Twitter gesagt, dass es für die Abschaltung "keine rechtlichen Gründe" gebe.

Wohl wirklich nur ein Gerücht ist, dass die Flappy Birds weiterflattern dürfen, wenn über Twitter mindestens 100.000 Retweets mit dem Hashtag #dontdeleteflappybird(öffnet im neuen Fenster) zusammenkommen. Das habe Nguyen Ha Dong signalisiert – allerdings ist dafür weder bei Twitter noch sonstwo im Netz ein glaubwürdiger Beleg zu finden.

Die Community würde es ihm wohl auch sehr übel nehmen, wenn sich die Ankündigung als PR-Gag entpuppen würde. Immerhin: In seinem vorerst letzten Twitter-Beitrag schreibt Nguyen Ha Dong, dass er auch künftig Spiele entwickeln möchte.

Nachtrag vom 9. Februar 2014, 18:30 Uhr

Flappy Bird ist inzwischen, wie angekündigt, in den Appstores von iOS und Android nicht mehr zu finden. Der Text wurde entsprechend angepasst.

Nachtrag vom 10. Februar 2014, 12:25 Uhr

Einige Nutzer auf Twitter haben versucht, Nguyen Ha Dong von Löschen von Flappy Bird abzuhalten – und ihm mit Mord und Selbstmord gedroht. Ein US-Journalist(öffnet im neuen Fenster) hat einige der Tweets aufgelistet; längst nicht alle sind erkennbar ironisch oder witzig gemeint.

Unterdessen haben andere eine Möglichkeit gefunden, mit dem Programm Geld zu verdienen. Wie Kotaku.com berichtet(öffnet im neuen Fenster) , gibt es auf Ebay in den USA mittlerweile eine Reihe von Offerten mit Flappy Bird – installiert auf einem überteuert angebotenen, gebrauchten Smartphone. Für mindestens eine Auktion wurde inzwischen sogar Geld geboten.


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