Entlassungen in der Tech-Branche: Microsoft streicht 10.000 Stellen

Microsoft entlässt 10.000 Angestellte. Das teilte CEO Satya Nadella in einem Blogpost(öffnet im neuen Fenster) mit. Es handle sich dabei um weniger als 5 Prozent der gesamten Belegschaft, so Nadella. Während es in einigen Bereichen Entlassungen geben werde, werde es in "strategischen" Abteilungen weiterhin Personalzuwachs geben.
"Während unsere Kunden ihre digitalen Ausgaben während der Pandemie beschleunigt haben, optimieren sie jetzt ihre digitalen Ausgaben, um mit weniger mehr zu erreichen" , gibt Nadella als wirtschaftliche Begründung an. "Wenn ich an diesen Zeitpunkt denke, an den Beginn des Jahres 2023, dann ist Showtime – für unsere Branche und für Microsoft" , so Nadella. "Als Unternehmen muss unser Erfolg auf den Erfolg der Welt ausgerichtet sein." Das bedeute, "dass jeder Einzelne von uns und jedes Team im gesamten Unternehmen die Messlatte höher legen und bessere Leistungen erbringen muss als die Konkurrenz" .
Zuvor hatte Sky News(öffnet im neuen Fenster) über die Streichung von 5 Prozent und damit rund 11.000 der weltweiten Stellen bei Microsoft berichtet. Auch Bloomberg(öffnet im neuen Fenster) berichtete, dass auch "eine Reihe von technischen Abteilungen" betroffen seien und das Ausmaß der Entlassungen "deutlich größer" als im letzten Jahr werde.
Microsoft beschäftigte im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben mehr als 222.000 Angestellte(öffnet im neuen Fenster) . 2022 wurden bereits in kleinerem Maße Stellen abgebaut, Berichten zufolge(öffnet im neuen Fenster) waren weniger als 1.000 Angestellte betroffen.
Neben seinem eher pessimistischen Ausblick auf die wirtschaftliche Entwicklung nennt Nadella auch die wachsende KI-Branche. Mit den Fortschritten in der Künstlichen Intelligenz entstünde "die nächste große Welle der Datenverarbeitung, da wir die fortschrittlichsten Modelle der Welt in eine neue Datenverarbeitungsplattform verwandeln" , so der CEO. Microsoft soll eine Investition von 10 Milliarden US-Dollar in den ChatGPT-Entwickler OpenAI vorhaben .
"Aus einer Gesamtperspektive betrachtet, deutet eine weitere anstehende Entlassungsrunde bei Microsoft darauf hin, dass sich das Umfeld nicht verbessert, sondern wahrscheinlich weiter verschlechtert" , sagte der Analyst Dan Romanoff dem Nachrichtendienst Reuters. Am 24. Januar 2023 wird Microsoft seinen neuen Geschäftsbericht vorstellen.
Die Entlassungswelle in der Tech-Branche aus dem letzten Jahr setzt sich auch bei anderen Unternehmen 2023 fort. Amazon weitete die bereits 2022 geplanten Massenentlassungen von 10.000 auf 18.000 Angestellte aus . Auch der CRM-Entwickler Salesforce kündigte im Januar 2023 Entlassungen an . Nach Zahlen aus dem vergangenen Geschäftsbericht beschäftigte Salesforce zuletzt weltweit mehr als 73.000 Menschen. Es könnten also bis zu 7.300 Arbeitsplätze betroffen sein. Außerdem sollen Büroflächen verkleinert werden. Im Kryptowährungssektor wurden ebenfalls bereits weitere Entlassungen angekündigt .



