Entlassungen bei Axel Springer: Bild-Mitarbeiter sollen "durch KI ersetzt werden"

Deutschlands meistgerügte Boulevard-Zeitung(öffnet im neuen Fenster) steht vor einem massiven Umbau. "Wir trennen uns von Produkten, Projekten und Prozessen, die wirtschaftlich nie wieder erfolgreich werden können" , heißt es laut Handelsblatt(öffnet im neuen Fenster) in einer internen Rundmail, die Beschäftigte am Montag erhalten haben.
Dabei will die Geschäftsführung einige Aufgaben durch künstliche Intelligenz ersetzen. "Wir müssen uns leider auch von Kollegen trennen, die Aufgaben haben, die in der digitalen Welt durch KI und/oder Prozesse ersetzt werden" , hieß es in der E-Mail. Das Layout der Bild solle laut Aussagen der Chefredaktion zukünftig komplett von KI-Tools übernommen werden.
Wie viele Angestellte des Axel-Springer-Verlags genau von dem Stellenabbau betroffen sein werden, ist noch unklar. Das Handelsblatt sprach von einer dreistelligen Zahl. Die Führungsebenen sollen "stark verschlankt werden" . Der Großteil der Arbeitsplätze soll allerdings in der Produktion gestrichen werden.
Bereits Anfang des Monats veröffentlichte die Nachrichtenagentur Reuters Auszüge aus einer internen E-Mail von Axel-Springer-CEO Mathias Döpfner, in der dieser ein großes Interesse an der Übernahme eines KI-Start-ups bekundete . "Wenn jemand den Journalismus töten will, dann sollten wir verstehen, wie und warum, und wir Journalisten sollen es selbst tun" , schrieb Döpfner. Ein spezielles Team solle sich auf die Suche nach geeigneten Unternehmen machen, "die aus verschiedenen Gründen für Axel Springer wichtig oder attraktiv sein können" .
Sechs Regionalredaktionen sollen geschlossen werden. Damit schrumpft die Zahl der Bild-Standorte von 18 auf 12. Darüber hinaus sollen Beschäftigte für eine "wirtschaftliche Optimierung" der Büroflächen zukünftig verstärkt aus dem Homeoffice arbeiten.



