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Entity List: USA bannen chinesische Supercomputer-Industrie

Supercomputer sind heutzutage unerlässlich, auch mit Blick auf Atomwaffen. Daher darf solche US-Technik nicht mehr exportiert werden.
/ Marc Sauter
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Der aktuelle Sunway Taihu Light (Bild: NRCPC)
Der aktuelle Sunway Taihu Light Bild: NRCPC

Die USA haben die sogenannte Entity List um sieben chinesische Unternehmen und staatliche Organisationen erweitert(öffnet im neuen Fenster) : Diese sind maßgeblich für die Entwicklung von Supercomputern verantwortlich, welche laut den USA eine elementare Rolle für die nationale Sicherheit spielen. Der Export von Hardware oder Software an die sieben Entitäten ist daher untersagt.

Auf der Liste stehen neben den National Supercomputing Centers von Jinan, Shenzhen, Wuxi und Zhengzhou noch das Shanghai High Performance IC Design Center sowie Tianjin Phytium Information Technology und Sunway Microelectronics. Sie alle sind den USA zufolge an Supercomputern beteiligt, die vom chinesischen Militär verwendet werden.

Phytium etwa hat diverse Server-Designs entwickelt, beispielsweise den Feiteng S2500(öffnet im neuen Fenster) mit 64 Kernen und FTC663-Architektur sowie achtkanaligem DDR4-Interface bei 150 Watt. Der Hersteller ist eng mit der National University of Defense Technology (NUDT) verbunden, die mit dem Tianhe-2A den derzeit weltweit sechstschnellsten Supercomputer betreibt.

China hat verbesserte Eigenentwicklungen

Das Shanghai High Performance IC Design Center wiederum hat die SW26010-Chips entworfen, die im Taihu Light stecken - aktuell immer noch viertstärkste System überhaupt. Gebaut wurde dieser Supercomputer von Sunway, die daher folgerichtig auch auf der Entity List gelandet sind.

Längst arbeitet China an der nächsten Generation. Dabei soll es sich um die ersten Exaflops-Systeme handeln: Eines davon kommt erneut von Sunway, die passenden Chips kommen wieder vom Shanghai High Performance IC Design Center - das verringert die Abhängigkeit von den USA. Geplant ist eine theoretische Rechenleistung von 1 Exaflop und 700 Petaflops im Linpack-Benchmark. Ein jeder RISC-Prozessor soll 12 Teraflops liefern.

Supercomputer werden unter anderem bei der Entwicklung und bei der Wartung - sogenanntes Stockpile(öffnet im neuen Fenster) - von Atomwaffen eingesetzt, weshalb ein Exportstopp für die USA eigene Technik nicht in chinesischen Systemen sehen will.


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