Entgegen Mitarbeiterwünschen: Zoom streicht "Mittwochs keine Meetings"-Regel

In einem Memo an die Mitarbeiter hat Zoom-Chef Eric Yuan angekündigt, die Regel "No Meeting Wednesdays" einzustellen. Das berichtete Bloomberg(öffnet im neuen Fenster) und bezieht sich dabei auf interne Informationen. Yuan erklärte, die Regel sei zum Hindernis für die Zusammenarbeit geworden, da Zoom weltweit wachse.
Die Richtlinie wurde zu Beginn der Pandemie eingeführt, als die Mitarbeiter in einer Umfrage angaben, sich mehr Zeit für ihre Arbeit zu wünschen. Im März 2022 teilte Zoom mit, dass 84 Prozent der Mitarbeiter die Fortsetzung des No Meeting Wednesdays befürworteten.
Das Unternehmen gab nicht bekannt, ob die Beschäftigten jetzt erneut befragt worden seien.
Die aktuelle Entscheidung steht im Widerspruch zum zunehmenden Bestreben, unnötige Meetings zu vermeiden, da diese in großen Unternehmen laut Bloomberg jährlich schätzungsweise 100 Millionen US-Dollar kosten. Shopify, Meta, Clorox und Twilio führten alle einen Tag ohne Meetings ein, an dem in der Regel keine externen Treffen stattfinden.
Zoom setzte jüngst eine weitere unpopuläre Maßnahme um: Angestellte, die in einem Umkreis von 80 km eines Büros leben, müssen nun an zwei Tagen in der Woche vor Ort erscheinen. Anfang 2022 kehrten lediglich zwei Prozent der Zoom-Angestellten zur täglichen Anwesenheit zurück.
Es bleibt abzuwarten, wie die Zoom-Mitarbeiter auf den Schritt reagieren werden. In der Vergangenheit zeigten sich viele frustriert über die schrittweise Rückkehr zu mehr Präsenzpflicht im Büro. Ob die Abschaffung der meetings-freien Tage den Widerstand weiter befeuert, ist unklar.
Unabhängig davon steht die Entscheidung exemplarisch für einen Trend, dass viele Tech-Unternehmen von den anfänglichen Remote-Work-Konzepten wieder abrücken. Die Gründe sind vielfältig – von Produktivitätserwägungen bis hin zu Befürchtungen, die Unternehmenskultur könnte auf Dauer leiden.



