Entführung von Entwicklungshelferin: Bundeswehr hackte afghanisches Mobilfunknetz

Wie gut sind die IT-Fähigkeiten der Bundeswehr? In Afghanistan gelang es der Truppe offenbar, Standortdaten eines Mobilfunkproviders zu hacken, um ein Entführungsopfer zu finden.

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Die Bundeswehr sucht mit großem Nachdruck nach IT-Personal.
Die Bundeswehr sucht mit großem Nachdruck nach IT-Personal. (Bild: Bundeswehr)

Die Bundeswehr hat einem Bericht von Spiegel Online zufolge offensive Operationen auf IT-Infrastruktur durchgeführt. Der Angriff erfolgte demnach im Herbst 2015, im Zuge der Entführung einer deutschen Entwicklungshelferin.

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Die Frau war am 17. August 2015 vor dem Kabuler Büro der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) entführt worden. Die Bundeswehr war offenbar vom Krisenstab des Auswärtigen Amtes hinzugezogen worden, um im Entführungsfall Hilfestellung zu leisten.

Vorausgegangen waren wochenlange Verhandlungen, die aber nicht zum Ziel führten. Der Krisenstab hatte dafür nach Angaben von Spiegel Online über Mittelsmänner Kontakt mit den Entführern aufgenommen. Im Falle des Scheiterns der Verhandlungen wollte die Bundesregierung offenbar einen genauen Überblick über die Aufenthaltsorte der Gruppe haben.

Einheit für Computer-Netzwerk-Operationen

Die Einheit Computer-Netzwerk-Operationen (CNO) in der Bundeswehrkaserne Tomburg in Rheinbach knackte daraufhin dem Bericht zufolge die IT-Systeme eines örtlichen Mobilfunkproviders, um an die Verbindungs- und Standortdaten der Entführer zu kommen. Der Zugriff soll über die Kundenwebseite des Anbieters erfolgt sein, außerdem hätte die Einheit den Aufenthaltsort der Entführer "mehr oder weniger live" bestimmen können.

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Die Geisel wurde schließlich nach Zahlung eines Lösegeldes freigelassen. Die Bundesregierung dementiert seit Jahren, dass für die Freilassung deutscher Staatsbürger entsprechende Gelder gezahlt werden, es gibt aber immer wieder Berichte über Lösegeldzahlungen. Den Einsatz der Bundeswehr hält die Regierung in diesem Fall für unproblematisch: Die Aktion sei vom Mandat der Truppe in Afghanistan gedeckt, weil dieses "alle militärischen Mittel zum Schutz und der Rettung von Deutschen in Afghanistan erlaubt".

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen plant, die Fähigkeiten im "Cyberraum" deutlich auszuweiten, hier sollen 13.500 Soldaten eingestellt werden - doch offenbar gibt es Probleme, geeignetes Personal zu finden.

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