Enterprise Resource Planning: Drei Gründe für das Scheitern von SAP-Projekten

Projekte mit der Software von SAP? Da verdrehen viele IT-Experten die Augen. Prominente Beispiele von Lidl und Haribo aus dem vergangenen Jahr scheinen diese These zu bestätigen: Gerade SAP-Projekte laufen selten in time, in budget und in quality. Dafür gibt es Gründe - und Gegenmaßnahmen.

Artikel von Markus Kammermeier veröffentlicht am
Einige Probleme von IT-Projekten sind mit denen beim Bau eines Hauses vergleichbar: Stimmen die Beteiligten sich zum Beispiel schlecht untereinander ab, ist das Ergebnis für alle unbefriedigend.
Einige Probleme von IT-Projekten sind mit denen beim Bau eines Hauses vergleichbar: Stimmen die Beteiligten sich zum Beispiel schlecht untereinander ab, ist das Ergebnis für alle unbefriedigend. (Bild: Hubert Berberich/Wikimedia Commons/CC-BY-SA 3.0)

Gleich zwei große Marken waren 2018 mit ihren SAP-Projekten in der Presse: Bei Lidl wurde ein großes SAP-Logistik-Projekt abgebrochen, weil es zu teuer war und zu wenig Nutzen brachte. Haribo kämpfte nach einer SAP-Umstellung mit Produktionsproblemen. Bei IT-Experten haben SAP-Projekte oft einen schlechten Ruf: zu komplex, häufig teurer und später fertig als erwartet.

Inhalt:
  1. Enterprise Resource Planning: Drei Gründe für das Scheitern von SAP-Projekten
  2. Grund 1: andauernd neue Anforderungen
  3. Grund 2: zu viel auf einmal
  4. Grund 3: Babelfish? Fehlanzeige

Wenn SAP-Projekte schiefgehen, erzeugt das viel Aufmerksamkeit. Das liegt an der zentralen Rolle, die diese Software in Firmen oft spielt. Denn was für einen PC das Betriebssystem ist, liefert SAP mit seiner ERP-Lösung (Enterprise Resource Planning) für Unternehmen. Das Betriebssystem stellt die Plattform für die Verbindung von Anwendungen mit der Hardware dar, die ERP-Lösung verbindet Menschen und Prozesse mit den Produktionsanlagen im Unternehmen. Darunter fallen unternehmenskritische Prozesse wie Produktion, Versand, Finanzen, Controlling und Einkauf. Die meisten mittelständischen und großen Unternehmen setzen SAP-Lösungen ein. Treten Probleme bei der Aktivierung neuer Funktionen oder bei IT-Umstellungen auf, können die Folgen gravierend sein und nach außen spürbar.

Heute liefert SAP natürlich nicht nur ERP-Lösungen für seine Kunden. SAP-Software ist auch die Basis für viele angegliederte Bereiche, wie zum Beispiel CRM (Customer Relationsship Management), SCM (Supply Chain Management) und HCM (Human Capital Management). Viele dieser Lösungen verbindet, dass diese Prozesse ohne sie einfach nicht funktionieren. Denn: Ohne den Lieferschein verlässt kein Paket das Warenlager, ohne Fertigungsauftrag produziert keine Maschine, ohne Bestellung liefert kein Lieferant, ohne Kundendatenbank steht der Webshop. Dass diese Lösungen verfügbar sind, ist für das Unternehmen essenziell.

Dabei sind die einzelnen Teile der Software meist keine vom Rest abgeschnittenen Inseln, sondern miteinander verbunden. Das ERP-System ist sogar oft der Mittelpunkt einer vernetzten Systemlandschaft. Es stellt die Stammdaten bereit, auf die viele andere Systeme zugreifen. So liefert es den Artikelstamm für das Bestellsystem, den Personalstamm für die Zeiterfassung, die Organisationsdaten für das Active Directory. In vielen Unternehmen ist das ERP-System Dreh- und Angelpunkt für IT-Daten.

Probleme mit SAP-Software haben gravierende Auswirkungen

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Dass große IT-Projekte scheitern, kommt relativ häufig vor. Laut der Chaos-Studie der Standish Group, die über Jahrzehnte den Erfolg solcher Projekte verfolgt, ist nur ein Drittel von ihnen "in time, in budget" und "in quality". Sie werden also rechtzeitig fertig und sind weder teurer noch schlechter als erwartet. Die Hälfte der Projekte ist zumindest teilweise erfolgreich, jedes fünfte wird abgebrochen.

Man könnte also sagen, SAP-Projekte laufen so wie alle IT-Projekte - nur sind die Auswirkungen von Problemen deutlicher spürbar. Grund dafür ist die schon erwähnte Verflechtung von ERP-Anwendungen mit den betriebswirtschaftlichen Prozessen. Das betrifft - je nach Branche - auch Lagersysteme, Versandsysteme, Verkaufssysteme und jede Software mit Kundenbeteiligung. Stockt die Anwendung, stockt der Prozess. Fällt zum Beispiel die zentrale ERP-Lösung über längere Zeit aus, fehlen Fertigungsaufträge in der Produktion und Rückmeldungen von den Maschinen, die Lieferung stockt und schlussendlich können Kundenaufträge nicht bedient werden.

Klar ist: Die zentrale Software in einem Unternehmen umzustellen, das ist ein komplexes Unterfangen. Allerdings gibt es ein paar immer wiederkehrende Gründe, warum ein SAP-Projekt scheitert. SAP-Projekte sind dabei in einer besonderen Kategorie: Sie betreffen zentrale und kritische IT-Systeme, sind eng mit den Kernprozessen verbunden und Probleme betreffen eine große Anzahl von Anwendern. Im Folgenden betrachten wir drei Gründe für das Scheitern von Projekten in dieser Kategorie und mögliche Gegenmaßnahmen.

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Grund 1: andauernd neue Anforderungen 
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derdiedas 14. Feb 2019

Stimmt alles, aber trotzdem finde ich SAP gut. Denn es ist eines der wenigen IT Konzerne...

exxo 07. Feb 2019

Ein Kunde von uns hat seine eigene Workflow Engine und ESS/MSS im SAP implementiert weil...

exxo 07. Feb 2019

Er verwechselt Scrum mit Kanban.

exxo 07. Feb 2019

Schwierigkeiten sind bei solchen Projekten ganzen normal. Scheitern tun solche Projekte...



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