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Grund 2: zu viel auf einmal

Fachbereiche werden oft mit Innovationen kurzgehalten. Entweder fehlen Budgets für die Optimierung von Prozessen oder es stellt sich eine gewisse Betriebsblindheit im eigenen Haus ein. In manchen Unternehmen werden heute noch Urlaubsanträge auf Blöcken mit Durchschlag herumgereicht.

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Der Austausch der ERP-Lösung wird deswegen häufig als "Alles-wird-gut-Projekt" gesehen. Der Innovationsstau von Jahren soll dann in einem einzigen Projekt aufgelöst werden.

ERP-Projekte werden in einem Zyklus von 15 bis 20 Jahren vollständig modernisiert. Das heißt, dass heute die Systeme ausgetauscht werden, die zur Jahrtausendwende eingeführt wurden. Steht eine solche Modernisierung an, wollen viele Fachabteilungen gleich den ganz großen Sprung machen: etwa von Fax-Bestellungen zum Webshop mit automatischem Versand via Drohne.

Kommt dann noch der oben erwähnte Gedanke "Jetzt haben wir endlich mal Budget" ins Spiel, schlägt die Gier nach Features voll zu. Hinzu kommt, dass auch die IT-Berater dazu nicht nein sagen, denn solche Anforderungen sind aufregend und fordernd. So entstehen ambitionierte Lösungsarchitekturen, die jedoch an der Realität vorbei zielen. Technik, Prozesse und Mitarbeiter können diesen großen Schritt nicht mitgehen.

Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut

Hier hilft ein Konzept aus der Lean-Startup-Welt, deren Gedanken vor allem durch das gleichnamige Buch von Eric Ries geprägt sind. Dieses Konzept nennt sich Minimum Viable Product (MVP). Bei der Entwicklung von neuen Produkten oder Geschäftsmodellen wird also zunächst ein "minimal überlebensfähiges Produkt" entwickelt. Es enthält vor allem die Kernfunktionen.

Das MVP eines E-Mail-Clients kann zum Beispiel E-Mails senden, empfangen und anzeigen. Zusatzfunktionen wie automatische Antworten werden bewusst ausgeklammert. Das MVP wird dann der Zielgruppe präsentiert, so dass möglichst schnell das Feedback der Kunden in den weiteren Prozess einfließen kann.

Dieses Vorgehen hat mehrere positive Effekte:

  • Produkte und Lösungen kommen schneller auf den Markt.
  • Das Team konzentriert sich zunächst auf die wesentlichen Features.
  • Rückmeldungen der Kunden können schneller gesammelt werden.
  • Änderungen sind leicht möglich, denn es wurden noch keine großen Beträge investiert.

Der Grundgedanke des MVP sollte auch in ERP-Projekten vorkommen. Berater und Fachbereiche sollten sich immer wieder folgende Fragen stellen: Wie kann die minimale Version der Lösung aussehen? Wie können wir den Prozess minimal darstellen? Welche Features sind für den Start essenziell?

Auch für Geschäftsprozesse kann ein MVP entwickelt und bereitgestellt werden. Um das vereinfachte Beispiel von oben noch mal aufzugreifen: Ist die Basis die Fax-Bestellung, wäre zunächst der Aufbau eines einfachen Webshops ein erstes Ziel. Funktionieren die Basisfunktionen, tastet man sich im Projekt gemeinsam weiter voran.

Auf Basis des MVP können die Anwender Erfahrungen sammeln und qualifiziertes Feedback abgeben. Voraussetzung ist lediglich die Bereitschaft, die Rückmeldungen ernst zu nehmen und das MVP konsequent weiterzuentwickeln. Das erfordert eine neue Form von Budgetierung und Projektcontrolling. Anstatt den gesamten Aufwand zu Projektbeginn zu schätzen, erfolgt zunächst der Invest in das MVP. Auf dessen Basis erfolgt eine angepasst Budgetierung für die Verbesserung der ersten Lösungsversion.

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derdiedas 14. Feb 2019

Stimmt alles, aber trotzdem finde ich SAP gut. Denn es ist eines der wenigen IT Konzerne...

exxo 07. Feb 2019

Ein Kunde von uns hat seine eigene Workflow Engine und ESS/MSS im SAP implementiert weil...

exxo 07. Feb 2019

Er verwechselt Scrum mit Kanban.

exxo 07. Feb 2019

Schwierigkeiten sind bei solchen Projekten ganzen normal. Scheitern tun solche Projekte...

1337Falloutboy 07. Feb 2019

Firmen Geschäftsführer und/oder die SAP Programmierer schauen sich den Alltag der...


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