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"Enorme Gebühr": US-Regierung verschafft sich 10 Milliarden bei Tiktok-Deal

Die erzwungene Teilenteignung von Tiktok in den USA lohnt sich für die Trump -Regierung. Sie berechnet eine Vermittlungsgebühr.
/ Achim Sawall
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Oracle-Gründer Larry Ellison im September 2019 (Bild: Justin Sullivan/Getty Image)
Oracle-Gründer Larry Ellison im September 2019 Bild: Justin Sullivan/Getty Image

Die Trump-Regierung soll eine Gebühr von 10 Milliarden US-Dollar für die Vermittlung des erzwungenen Tiktok-Verkaufs durch den chinesischen Mutterkonzern Bytedance erhalten. Das hat das Wall Street Journal(öffnet im neuen Fenster) aus informierten Kreisen erfahren.

Investoren des US-Geschäfts der Social-Media-Plattform, darunter der Softwarekonzern Oracle und der US-Investor Silver Lake, erklärten sich Quellen zufolge bereit, die Zahlungen zu leisten. Die beiden Unternehmen zahlten im Januar 2026 bereits etwa 2,5 Milliarden US-Dollar an das Finanzministerium. Ein weiterer Investor ist MGX aus Abu-Dhabi.

Als Trump im September 2025 die Rahmenbedingungen für den Tiktok-Verkauf bekannt gab, sagte er: "Die Verhandlungen sind noch nicht abgeschlossen, aber wir werden etwas bekommen." Der von der Regierung investierte Aufwand und die Kosten würden eine Entschädigung rechtfertigen.

Zuvor erklärte er: "Die Vereinigten Staaten erhalten eine enorme Gebühr plus – ich nenne es eine Gebühr plus – allein für die Vermittlung des Deals, und die möchte ich nicht einfach so verspielen."

Überwachung der Nutzer bleibt

Trump hatte zuvor die Abschaltung vom Tiktok angeordnet , sollte sich nicht bis Mitte November 2020 ein US-Unternehmen als Käufer finden. Die App stelle eine Bedrohung der nationalen Sicherheit dar, hieß es in der am 6. August 2020 veröffentlichten Verfügung. Die App sammle große Mengen an Nutzerdaten und könne es der chinesischen Regierung ermöglichen, Amerikaner auszuspionieren.

Tiktok-Eigentümer Bytedance bemüht sich seit einiger Zeit, seine internationale Plattform von der chinesischen Version zu trennen. Tiktok versicherte, Chinas Regierung habe keinen Zugriff auf Nutzerdaten und habe dies auch nie verlangt. Die Daten von US-Nutzern würden in den USA gespeichert und verarbeitet. In China selbst gibt es nur die zensierte Version der App, Douyin.

An der Datensammlung wird sich auch durch die erzwungene Übernahme nichts ändern : Tom Sulston, Leiter der Abteilung für Politik beim australischen Verband Digital Rights Watch, sagte, dass nicht die Eigentumsverhältnisse das Problem von Tiktok seien, sondern "die ständige und aufdringliche Überwachung der Nutzer" .

Aufgrund von Regulierungen würden User eines US-amerikanischen Tiktok "nicht mehr Privatsphäre genießen als bei einem Tiktok in chinesischem Besitz" .

Im Rahmen der Vereinbarung muss das US-Unternehmen die Gewinne mit Bytedance teilen. Dieses hat seinen Algorithmus an die neuen Eigner lizenziert und hält weiterhin fast 20 Prozent der Anteile.

Investmentbanker, die bei einem Geschäftsabschluss beraten, erhalten Gebühren von unter 1 Prozent des Transaktionswerts, berichtete das Wall Street Journal.


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