Enisa: Anthropic öffnet Mythos-Modell für EU-Cyberagentur
Nach mehr als drei Monaten Verhandlungszeit hat Anthropic der EU-Agentur für Cybersicherheit (Enisa) Zugang zu seinem KI-Modell Mythos 5 gewährt. Wie Thomas Regnier, Sprecher der Europäischen Kommission, Bloomberg bestätigte(öffnet im neuen Fenster), testet die Agentur das Modell derzeit.
Eingeschränkter Zugang wirft Fragen auf
Doch der Zugang hat offenbar Grenzen: Regnier zufolge erhält Enisa keinen Zugang zur aktuellsten Version Mythos 5.1. Damit dürfte das Testen der EU auf eine ältere Version beschränkt sein. Details zum Umfang der Tests und möglichen Erkenntnissen wurden nicht bekannt gegeben.
Anthropic stellte Mythos im April 2026 erstmals vor. Weil das Modell erhebliche Fähigkeiten zur Erkennung von Sicherheitslücken aufweist, beschränkt das Unternehmen die Verfügbarkeit unter dem Projekt Glasswing auf eine kleine Gruppe geprüfter Institutionen, damit Schwachstellen geschlossen werden können, bevor sie missbraucht werden.
Verhandlungen belastet durch US-Restriktionen
Auf Drängen der EU hatte Anthropic Ende Mai 2026 vorgeschlagen, Enisa Zugang zu gewähren. Es folgten lange Verhandlungen über Form und Umfang, erschwert durch Maßnahmen der US-Regierung, die ausländischen Zugang zu Mythos und einem weiteren Anthropic-Modell namens Fable eingeschränkt hatten.
Britisches Institut ebenfalls ausgeschlossen
Die EU ist damit nicht allein: Auch das britische AI Safety Institute, eines der ersten Institute außerhalb der USA, das das ursprüngliche Mythos-Modell bewertete, erhielt keinen Zugang zur aktualisierten Version.
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