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Energy Harvesting: Hose und Schlafsack wandeln Körperwärme in Strom um

Einige Festivalbesucher konnten auf dem Musikfest auf der Isle of Wight Schlafsäcke und Hosen testen, die Körperwärme in Strom umwandeln, der dann zum Laden von Handys genutzt wird. Acht Stunden Schlaf sollen so einige Minuten zusätzliche Sprechzeit ermöglichen.
/ Andreas Donath
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Power Pocket lädt das Smartphone wieder auf. (Bild: Vodafone)
Power Pocket lädt das Smartphone wieder auf. Bild: Vodafone

Die Uni Southampton hat einen Schlafsack und Hosen entwickelt, die Körperwärme in Strom umwandeln. Vodafone hat sie auf dem Festival auf der Isle of Wight(öffnet im neuen Fenster) beworben. Sie sind noch in der Prototypphase und nutzen den thermoelektrischen Seebeck-Effekt(öffnet im neuen Fenster) . Dabei wird die Differenz zwischen Umgebungstemperatur und Körpertemperatur genutzt, um eine elektrische Spannung zu erzeugen.

"Im Prinzip drucken wir Thermoelemente" , sagt Steve Beeby(öffnet im neuen Fenster) von der Uni Southampton. "Man druckt davon jede Menge und verbindet sie, um ein thermoelektrisches Modul zu erzeugen" .

Nach Angaben von Beeby reicht ein achtstündiger Schlaf in dem entsprechend ausgerüsteten Schlafsack, um 24 Minuten Sprechzeit oder 11 Stunden Standby-Zeit für ein Handy zu erzeugen. Welches Gerät der Wissenschaftler dabei im Sinn hat, gab er nicht an. Dabei werde eine Temperatur von 37 Grad Celsius im Schlafsack angenommen und eine Außentemperatur von 10 Grad Celsius, sagte Beeby der Website Gizmag(öffnet im neuen Fenster) .

Wer den ganzen Tag über mit den "Power Pocket Shorts" läuft und tanzt, soll gar ein Smartphone fünf Stunden lang mit dem generierten Strom betreiben können.

Doch die Forscher(öffnet im neuen Fenster) müssen noch einige Hürden für die Anwendung im Massenmarkt überwinden: Das Material ist zwar flexibel, die Faltbarkeit lässt aber zu wünschen übrig, was gerade bei Schlafsäcken hinderlich ist, die kleingefaltet werden müssen, um leichter transportiert werden zu können.

"Wir arbeiten seit den späten 80er Jahren an druckbaren 'Smart-Materialien'" , betonte Beeby. "Dabei handelte es sich allerdings um Anwendungen im Hochtemperaturbereich, die auf Keramik aufgebracht wurden. Mit thermoelektrischen Materialien arbeiten wir seit 2003, aber unsere Forschung über druckbares thermoelektrisches Material ist erst wenige Jahre alt."

Vodafone und die Uni Southampton wollen die Hosen und Schlafsäcke die gesamte Festivalsaison über testen.

Mit dem Power Felt hatten amerikanische Forscher ebenfalls ein thermoelektrisches Gewebe vorgestellt , das Wärme in Strom umwandelt. Das Power Felt besteht aus Kohlenstoffnanoröhrchen, die in elastische Kunststofffasern eingeschlossen sind. Auch hier werden Temperaturunterschiede genutzt, um Strom zu erzeugen, wie etwa der zwischen Körper- und Raumtemperatur.


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