Energiewende: Was macht einen guten Netzspeicher aus?

Um erneuerbare Energien zu nutzen, muss Strom für Zeiten ohne Wind und Sonne gespeichert werden. Aber die Speicher zu bauen, muss sich auch lohnen.

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Teslas Netzspeicher in South Australia
Teslas Netzspeicher in South Australia (Bild: Tesla)

Seit den 1990er Jahren wird diskutiert, wie Strom aus Windenergie und Photovoltaik über Nächte, grauem Schmuddelwetter und Flauten hinweg gespeichert werden kann. Solarpaneele und Windräder gibt es inzwischen reichlich. Aber wirklich viel getan hat sich bei den Speichern noch nicht, gerade in Deutschland, und großer Bedarf besteht überall auf der Welt. Die Diskussionen müssen nun zur wirtschaftlichen Realität werden.

Dabei werden Netzspeicher in der Regel in Kurz- und Langzeitspeicher aufgeteilt. Die Definition ist dabei etwas unverständlich, weil bereits zehn Stunden Lade- und Entladezeit als Langzeitspeicherung gelten, die nur zur Pfufferung der täglichen Schwankungen des Strombedarfs taugen. Andere Systeme mit der gleichen Bezeichung können dagegen den Speicherbedarf von mehreren Tagen oder einer ganzen Woche abdecken.

Die gebräuchlichen Technologien reichen dabei von herkömmlichen Akkus über Redox-Flow-Batterien, Pumpspeichern und thermischen Speichern bis hin zu exotischen und oft wenig vielversprechenden Techniken wie dem Stapeln von Betonklötzen. Die für den Winter benötigten saisonalen Speicher gehen noch weit über die Langzeitspeicher hinaus, die sind aber nur notwendig, um die CO2-Emissionen der Stromversorgung um mehr als 80 bis 90 Prozent zu senken. Davon sind die meisten Länder noch weit entfernt.

Meist wird bei saisonalen Speichern das Speichern von Wasserstoff oder Wasserstoffverbindugen genannt. Aber in Anbetracht des derzeitigen Ausbaus der erneuerbaren Energien und des großen Wasserstoffbedarfs der Stahl- und Chemieindustrie liegt das noch in einiger Ferne. Aktuell werden hauptsächlich die genannten Kurz- und Langzeitspeicher benötigt.

Am Ende ist alles eine Preisfrage

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Eine wichtige praktische Frage ist dabei: Lohnt das überhaupt? Aus Sicht der Wirtschaft ist das Speichern von Strom nicht anderes als klassischer Handel. Strom wird billig gekauft und teuer verkauft, die Differenz entspricht dem Umsatz, mit dem der Betreiber den Speicher finanziert, unterhält und Profit macht. Dabei gilt es, die richtige Strategie zur Maximierung des Profits zu finden, denn jeder Speicherzyklus kostet Geld und Zeit.

Erneuerbare Energien und Klimaschutz: Hintergründe - Techniken und Planung - Ökonomie und Ökologie - Energiewende (Deutsch)

Dazu reicht es aber nicht aus, einfach historische Daten der Stromerzeugung und der Strompreise heranzuziehen, um zu zeigen, ob ein Speicher profitabel ist oder nicht. Das ist eine beliebte Technik in Prospekten der Anbieter von Stromspeichern. Denn diese Preise entstanden, als keine Speichermöglichkeit vorhanden war. Sobald es Speicher in nennenswerter Größe gibt, werden völlig andere Preise und Preisdifferenzen entstehen, die den Betrieb der Speicher weniger wirtschaftlich machen, als es zunächst erscheint.

Das hat große Auswirkungen darauf, welche Speichertechnologien für bestimmte Netzspeicher geeignet sind und wer sie bauen sollte.

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Verbraucher können von eigenen Speichern profitieren 
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eMvO 27. Nov 2022 / Themenstart

Der typische Fall ist doch eher, dass der PKW nachts geladen und tagsüber genutzt wird...

Lehmmanbnhb 21. Nov 2022 / Themenstart

Beides gleichzeitig scheitert, wie irgendwo in meinem länglichen Erguss im vorherigen...

Busverbindung 19. Nov 2022 / Themenstart

Ich halte flüssiges CO2 für vielversprechend, derzeit von Enegydome entwickelt. Was...

Strandratte 17. Nov 2022 / Themenstart

thyssenkrupp hat einiges auf ihrer webseite länder wie australien und chile sind wohl im...

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