Energiewende: Was aus ausgedienten Solarmodulen wird

Ab Mitte des Jahrzehnts werden viele alte Solarmodule ausrangiert. Was passiert damit?

Ein Bericht von veröffentlicht am
Solaranlage in Brandenburg: An sonnigen Tagen können die Solaranlagen mehr als zwei Drittel des Stromverbrauchs decken.
Solaranlage in Brandenburg: An sonnigen Tagen können die Solaranlagen mehr als zwei Drittel des Stromverbrauchs decken. (Bild: Sean Gallup/Getty Images)

Dächer zu Solarkraftwerken zu machen, wird in wenigen Jahren in Hamburg Pflicht. Ab 2023 müssen die Dächer von Neubauten mit einer Photovoltaikanlage bestückt werden, die das Haus mit Strom versorgt. Ab 2025 müssen vorhandene Gebäude, deren Dächer erneuert werden, im Zuge der Dacharbeiten mit einer Solaranlage nachgerüstet werden. So will die Hansestadt ihre Klimaziele erreichen. 20 Jahre lang sollen die Module mindestens in Betrieb sein. Was aber passiert danach damit?

Inhalt:
  1. Energiewende: Was aus ausgedienten Solarmodulen wird
  2. Ab Mitte der 2020er Jahre lohnt sich das Recycling
  3. Solaranlagen weiterverwenden

Die ausgedienten Module auf die Müllkippe zu bringen, ist keine Lösung: Die Hersteller müssen sie zurücknehmen und recyceln. Zudem enthalten einige Zellen - wenn auch nur in sehr geringen Mengen - schädliche Materialien wie Blei oder Cadmium. Sie müssen also speziell behandelt werden. Außerdem enthalten die Module wertvolle Materialien, die sich wieder verwerten lassen.

Die Photovoltaikanlage auf dem Dach oder in einer Solarfarm besteht aus mehreren Solarmodulen, die wiederum aus einzelnen Solarzellen zusammengesetzt sind. Die Zellen bestehen aus Silizium sowie aus einigen, zum Teil seltenen Metallen. Sie sind in Schichten aus Kunststoff eingebettet. Eine Glasschicht schützt die Zellen vor dem Wetter. Ein Rahmen aus Aluminium hält das Modul. Hinzu kommen Kabel, um den Strom abzuleiten.

Aluminium, Glas und Kupfer werden zurückgewonnen

Aktuell werden die Kabel, der Rahmen und das Glas recycelt. Die Metalle Aluminium und Kupfer können eingeschmolzen und nach einem aufwendigen Veredelungsprozess wiederverwendet werden.

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Auch das Glas lässt sich recyceln. Dabei handelt es sich um Flachglas, das auch nur als solches wieder genutzt werden kann. Flaschen lassen sich beispielsweise daraus nicht herstellen. Aber es kann zu Fensterglas oder zu neuen Solarmodulen verarbeitet werden.

Diese Komponenten machen zusammen etwa 90 Prozent des Gewichts der Module aus. Allerdings haben es die restlichen zehn Prozent in sich: Etwa drei Prozent der Zelle besteht aus Silizium. In geringen Anteilen sind die teuren Elemente Tellur, Gallium, Silber und Gold enthalten sowie Indium und Selen, wobei Gold und Silber zusammen weniger als ein Prozent ausmachen.

Erneuerbare Energien und Klimaschutz: Hintergründe - Techniken und Planung - Ökonomie und Ökologie - Energiewende (Deutsch)

Auch diese teuren Elemente der Wiederverwertung zuführen zu können, war Ziel des von der Europäischen Union geförderten Projekts Elsi, an dem das in Stuttgart ansässige Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB, der Anlagenbauer Geltz Umwelt-Technologie aus Mühlacker in Baden-Württemberg sowie das Entsorgungsunternehmen Suez aus Knittlingen, ebenfalls in Baden-Württemberg, beteiligt sind.

Ziel war, mindestens 95 Prozent der Materialien zu gewinnen, um sie anschließend wieder zu verwerten. Das zumindest wurde erreicht.

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Ab Mitte der 2020er Jahre lohnt sich das Recycling 
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Zoe2020 02. Jun 2021

Die Kombimodule gab es früher. Das Problem, sie sind natürlich teurer und man benötigt in...

UWS 01. Jun 2021

Als Kältetechniker bin ich es gewohnt, Herstellung und Recycling mit einzuberechnen. Also...

Vögelchen 31. Mai 2021

Die werden an Privatleute als Neuware auf eBay von deutschen Anbietern verkauft! Habe mir...

droektar 31. Mai 2021

Was kann man mit den GaAs-Dünnschichtmodulen machen? Arsen ist immerhin sehr giftig. Kann...

Denni 31. Mai 2021

.. seh ich genauso, sobald es Richtung 100¤ pro kWh Gesamtkosten geht (evtl. noch etwas...



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