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Energiewende: Von negativen Strompreisen profitieren am Ende alle

Viel Sonne und dazu Wind lassen die Strompreise ins Negative fallen. Das verursacht Kosten bei Energieerzeugern und durch Export, ergibt aber Sinn.
/ Mario Petzold
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In ganz Europa, wie hier in Wales, lassen erneuerbare Energien die Strompreise schwanken. (Bild: Getty Images/Christopher Furlong)
In ganz Europa, wie hier in Wales, lassen erneuerbare Energien die Strompreise schwanken. Bild: Getty Images/Christopher Furlong
Inhalt
  1. Energiewende: Von negativen Strompreisen profitieren am Ende alle
  2. Flexibilisierung im Stromnetz nimmt zu

Am 26. April und danach am 1. Mai 2026 ist der Strompreis zunächst auf -48 Cent, dann sogar auf -50 Cent gefallen. Private Verbraucher, aber auch Industriebetriebe erhielten Geld dafür, dass sie Strom verbrauchten, auch im Ausland. Der Export des überschüssigen Stroms dürfte etwa 30 Millionen Euro gekostet haben, wobei dazu gesagt werden muss, dass 95 Prozent des erzeugten Stroms am 1. Mai trotzdem in Deutschland verbraucht wurden.

Dass es zu so stark negativen Strompreisen(öffnet im neuen Fenster) kam, lag an viel Sonne, dazu noch etwas Wind und der Tatsache, dass an beiden Tagen (Sonn- und Feiertag) deutlich weniger Nachfrage nach Strom bestand. Hinzu kommt, dass es seit 2008 überhaupt erst möglich ist, dass an der Strombörse mit negativen Preisen gehandelt werden kann. Das untere Limit, die -50 Cent, wurde am 1. Mai über zwei Stunden hinweg erreicht – übrigens auch in Deutschlands Nachbarländern.

Die Idee hinter dieser Preisgestaltung war, die Flexibilisierung der Stromeinspeisung voranzutreiben. Stumpf gleichmäßig einspeisende Großkraftwerke sollten flexibilisiert werden, damit sie sich auf absehbare Zeit an die damals noch kaum vorhandenen erneuerbaren Energien einstellen könnten. Schließlich war auch vor fast zwanzig Jahren klar, dass Wind und Sonne äußerst volatile Stromlieferanten sind.

Kohle wird flexibel

Ein Blick auf die Daten für den 1. Mai von Energy-Charts(öffnet im neuen Fenster), die vom Fraunhofer-Institut für solare Energiesysteme aufbereitet werden, zeigt, dass sowohl die Stromerzeugung aus Braun- als auch aus Steinkohle in den Mittagsstunden erheblich heruntergefahren wurde, von mehr als 10 Gigawatt (GW) auf etwas mehr als 2 GW.

Für die Betreiber lohnte es sich, die Produktion zu drosseln. Auch bei Laufwasser und Gas ist der Effekt zu beobachten. Eine kleinere, aber wichtige Stromquelle dagegen ist von der Flexibilisierung noch ein Stück weit entfernt: Aus Biomasse werden konstant 4 GW ins Stromnetz eingespeist. Dabei böte sich vor allem Biogas für eine Einspeicherung an.


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