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Viel Potenzial für sinkende Kosten

Studienautor Christian Jochum, Professor für Maschinenbau, Mechanik und Antriebstechnik an der HSRM, gibt außerdem zu bedenken, dass das simulierte Energiesystem einige Überkapazitäten bereithält. Insgesamt würde fast doppelt so viel Strom erzeugt, wie in den Beispieljahren verbraucht wurde. Diese zusätzliche Energie könnte exportiert werden oder zu Erzeugung von synthetischen Kraftstoffen, Wasserstoff und mehr eingesetzt werden.

Gleichzeitig würden die Batteriespeicher in 95 Prozent der Zeit nur zu 20 Prozent genutzt. Das spricht für eine flexible Nutzung, unter anderem von Batterien in Elektroauto. Parallel könnte die Lebensdauer der Stromspeicher durch weniger Ladezyklen deutlich verlängert werden.

Preissignale könnten Kosten weiter senken

Ebenfalls niedriger könnte der Bedarf an Speichermöglichkeiten ausfallen, wenn keine vollständige Versorgungssicherheit hergestellt wird. Wenige Großverbraucher, die keiner Grundversorgung dienen, könnten in Zeit mit niedriger Stromproduktion und hohem Bedarf, also bei Dunkelflauten, abgeschaltet werden.

Um das zu erreichen, soll bereits eine einfache Preissteuerung genügen. So könnte es sich lohnen, für kurze Zeit die Produktion in einem energieintensiven Betrieb zu verringern. Der Gesamtbedarf an Batteriespeichern würde parallel deutlich sinken.

Insgesamt könnte der Strompreis somit sogar unter den aktuellen Durchschnittswert fallen. Wobei die Studie, die über die Seite der Hochschule(öffnet im neuen Fenster) frei zugänglich ist, zwei Lücken lässt: Durch die Begrenzung auf Deutschland fehlen die Interaktionen mit den Nachbarländern, die für weitere Ausgleichseffekte sorgen könnten.

Zudem wird nicht beachtet, dass der Strombedarf zukünftig steigen dürfte. Wobei dann lediglich die Gesamtleistung angehoben werden müsste und das Geld, das für fossile Energieträger nicht ausgegeben wird, in erneuerbare Energiequellen fließen könnte.


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