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Energiewende: Solarausbau 2026 übererfüllt, aber Probleme befürchtet

Schon jetzt wurde das Gesamtausbauziel für Solaranlagen in diesem Jahr übertroffen. Das Tempo müsste gehalten werden, woran es Zweifel gibt.
/ Mario Petzold
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Ein Monteur installiert Solarmodule nahe Erftstadt bei Köln. (Bild: Getty Images/Ina Fassbender)
Ein Monteur installiert Solarmodule nahe Erftstadt bei Köln. Bild: Getty Images/Ina Fassbender

Was Zahlen der Bundesnetzagentur(öffnet im neuen Fenster) für Juli 2026 bereits erahnen ließen, bestätigt eine Meldung der Deutschen Presse-Agentur (dpa): Das gesetzlich vorgegebene Ziel, bis 2026 eine Solarleistung von in Summe 128 Gigawatt zu installieren, wurde bereits jetzt erfüllt. Jeder weitere Zubau eröffnet damit die Chance, die nächsten Etappenziele mit höherer Wahrscheinlichkeit nicht zu verfehlen.

Ambitioniert sind diese jedenfalls. Bis 2030 sollen weitere 87 Gigawatt hinzukommen. 2040 soll die Gesamtleistung auf insgesamt 400 Gigawatt angewachsen sein, mehr als eine Verdreifachung des aktuellen Werts.

Zumindest der aktuelle Strombedarf Deutschlands ließe sich mit so viel Photovoltaik größtenteils abdecken, in der Theorie. Die zwangsläufigen Überkapazitäten müssen zukünftig in Batteriespeichern und durch die Umwandlung in speicherbare Moleküle wie Wasserstoff, Methan, Ammoniak oder Methanol gepuffert werden.

Auch der Ausbau der Windkraft muss in ähnlichem Tempo erfolgen, dass Windkraft insbesondere im Winter Strom ins Netz einspeist.

Zweifel an gleichbleibendem Tempo

Dass das Ausbauziel so frühzeitig erreicht wurde, liegt an dem starken Zubau von Photovoltaik seit 2022, als mit dem russischen Überfall auf die Ukraine und der damit einsetzenden Gasmangellage vor allem private Solaranlagen in hohem Maße installiert wurden.

Genau deshalb befürchtet der Bundesverband Solarwirtschaft, dass im kommenden Jahr ein Ausbauknick zu beobachten sein wird, wenn die Förderung kleiner Solaranlagen erheblich reduziert und die 20-jährige Förderung mit einer festen Vergütung zum Beispiel komplett gestrichen wird.

Die Bundesregierung setzt gleichzeitig auf große Freiflächenanlagen, die ab einer Spitzenleistung von 1 Megawatt durch die Bundesnetzagentur(öffnet im neuen Fenster) ausgeschrieben werden. Die letzte Gebotsrunde, die bis zum 1. Juli 2026 lief, war um 50 Prozent überzeichnet. Mehr als 3.000 Megawatt beziehungsweise 3 Gigawatt waren beantragt worden.

Die bewilligten 2,14 Gigawatt erhalt pro eingespeiste Kilowattstunde im Durchschnitt 4,8 Cent, deutlich weniger als die zuletzt knapp 12 Cent von privaten Anlagen bei einer vollständigen Einspeisung ohne Eigennutzung. Problematisch ist aber die weiterhin starke Fokussierung auf Bayern, wo mit Abstand die meisten Anlagen genehmigt wurden. Wegen der vergleichsweise guten Bedingungen in dem südlichen Bundesland lässt sich aus der gleichen PV-Fläche mehr Strom erzeugen. Er kann damit günstiger angeboten werden, lässt sich wegen fehlender Netzkapazitäten aber aktuell nicht immer bis zum Verbraucher leiten.


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