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Energiewende: Scania will Lkw mit Solarpanels ausstatten

Das schwedische Unternehmen Scania will die Reichweite seiner Lkw jährlich um 5.000 Kilometer dank Solarenergie erhöhen – und das in einem Land mit einer starken Wolkenbedeckung.
/ Patrick Klapetz
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Ein Lkw der mit Solarzellen ausgestattet ist, könnte bald die Straßen beherrschen. (Bild: Scania)
Ein Lkw der mit Solarzellen ausgestattet ist, könnte bald die Straßen beherrschen. Bild: Scania

Um seine Klimaziele und die Emissionsfreiheit zu erreichen, arbeitet das schwedische Unternehmen Scania(öffnet im neuen Fenster) mit der Universität Uppsala und dem Energieunternehmen Midsummer zusammen. Sie entwickeln gemeinsam einen 560 PS starken Plug-in-Hybrid-Sattelzug-Prototyp, dessen Reichweite auf den schwedischen Straßen pro Jahr auf 5.000 Kilometer erhöht werden soll.

Erreicht werden soll das, indem die Anhängerfläche mit 100 Quadratmetern Solarzellen umwickelt wird – Ähnliches planen auch andere Unternehmen wie etwa MAN . Dabei ist Schweden nicht gerade für seine vielen Sonnenstunden bekannt. Der sonnenreichste Monat in Stockholm ist der Juli. Durchschnittlich ist es etwas mehr als die Hälfte des Monats wolkenfrei – dagegen sind fast 75 Prozent des Novembers wolkenverhangen.

Für das Projekt ist dies aber ein Vorteil. "Wir wollten vor allem sehen, ob es in Schweden Sinn ergibt, denn an Orten wie Südeuropa, Australien oder Nordafrika ist die Sonneneinstrahlung natürlich viel stärker" , erklärte Eric Falkgrim in einer Pressemitteilung vom 31. August 2023. Er ist der technische Leiter in der Forschungs- und Innovationsabteilung von Scania und Projektleiter des solarbetriebenen Lastzugs. "Wenn es hier unter weniger sonnigen und etwas dunkleren Bedingungen funktioniert, würde das die allgemeine Gültigkeit des Projekts bestätigen."

Ein Projekt mit Herausforderungen, aber großem Nutzen

Was sich zunächst nach einem einfachen Projekt anhört, birgt jedoch logistische Herausforderungen. Solarzellen sind nämlich nicht für eine nahezu konstante Fahrt optimiert. "Es ist eine etwas wilde und verrückte Idee, weil sie mit einer Menge neuer Hardware- und Softwaresysteme und -entwicklungen verbunden ist, um die Energieübertragung sicher zu machen und um mit [Konstruktions-]Fehlern umzugehen" , erklärte der Projektleiter.

Die ersten Tests zeigen bereits, dass das Konzept machbar ist, auch wenn es noch Jahre dauern dürfte, bis die Solar-Lkw im Regelbetrieb über die Straßen rollen werden.


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