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Energiewende: Sage Geosystems baut unterirdischen Energiespeicher in Texas

Das Unternehmen Sage Geosystems will in Texas erneuerbare Energien und Geothermie kombinieren.
/ Werner Pluta
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Bohrstelle von Sage Geosystems: erstes geothermisches Energiespeichersystem (Bild: Sage Geosystems)
Bohrstelle von Sage Geosystems: erstes geothermisches Energiespeichersystem Bild: Sage Geosystems

Die Energiewende braucht Speicher. In Texas will das US-Start-up Sage Geosystems eine neuartige Anlage bauen, die Strom aus Windkraft- und Solaranlagen unter der Erde speichern soll.

Der Speicher soll in Christine im Südwesten des US-Bundesstaates gebaut werden. Als Speichermedium dient Wasser. Strom, der nicht eingespeist werden kann, wird dazu genutzt, es in den Untergrund zu pumpen.

Dort soll Energie über 6 bis 10 Stunden gespeichert werden. Den Wirkungsgrad gibt das Unternehmen mit 70 bis 75 Prozent an. Die Wasserverluste sollen weniger als 2 Prozent betragen.

Das Erdreich drückt das Wasser nach oben

Earthstore nennt Sage Geosystems eine seiner Speichertechniken(öffnet im neuen Fenster) . Dabei wird Wasser in unterirdische Spalten gepumpt, die sich dadurch ausgedehnen. So werden Spannungen im Untergrund erzeugt. Wird Strom benötigt, werden an der Oberfläche Ventile geöffnet. Der Spalt, der sich schließen will, drückt dann das Wasser an die Erdoberfläche, wo es eine Turbine antreibt.

Die zweite Technik bezeichnet Sage Geosystems als Battery+. Hier wird zudem Geothermie genutzt, um das Wasser im Untergrund zu erhitzen. Es steigt dann mit einer Temperatur von 150° Celsius nach oben. Somit werde nicht nur Energie gespeichert, sondern auch erzeugt, teilte das Unternehmen mit(öffnet im neuen Fenster) . Die Energiebilanz soll dann bei 200 Prozent liegen.

Hot-Dry-Rock-Verfahren(öffnet im neuen Fenster) wird diese Form der Geothermie genannt: Statt heißes Wasser aus der Tiefe an die Oberfläche zu fördern, werden durch Bohrungen mit hohem Druck Risse im Gestein erzeugt, in die kaltes Wasser gepumpt wird, so dass ein künstliches Grundwasserreservoir entsteht. Das heiße Gestein erwärmt das Wasser, das dann genutzt werden kann.

Dieses Vorgehen ähnelt dem umstrittenen Fracking bei der Förderung von Öl und Gas. Das US-Unternehmen Fervo Energy hat im US-Bundesstaat Nevada eine Hot-Dry-Rock-Anlage gebaut. Bei dem Verfahren kommt es zu leichten Erdbeben. Kritiker befürchten jedoch, dass dadurch auch schwere Erdstöße ausgelöst werden können.

Die Anlage von Sage Geosystems soll noch in diesem Jahr fertig werden. "Wenn sie in Betrieb ist, wird unsere Earthstore-Anlage in Christine das erste geothermische Energiespeichersystem sein, das potenzielle Energie tief in der Erde speichert und Elektrizität an ein Stromnetz liefert" , sagte Unternehmenschefin Cindy Taff(öffnet im neuen Fenster) . "Geothermische Energiespeicher sind eine praktikable Lösung für die Langzeitspeicherung und eine Alternative zu Lithium-Ionen-Akkus mit kurzer Speicherdauer. "


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