Energiewende: Akkupreise steigen wegen zu hoher Rohstoffkosten

Die Party ist vorbei. Statt billiger, sollen Akkus durch neue Rekorde beim Lithiumpreis und anderen Rohstoffen im Jahr 2022 sogar teurer werden.

Eine Analyse von veröffentlicht am
Die Akkus von Elektroautos werden vorerst nicht mehr billiger.
Die Akkus von Elektroautos werden vorerst nicht mehr billiger. (Bild: Werner Pluta)

Die weltweiten Akkupreise sanken 2021, inflationsbereinigt, um rund 6 Prozent von 140 US-Dollar pro Kilowattstunde auf 132 US-Dollar. Im letzten Jahr sanken die Preise noch um 13 Prozent, aber diese Zahl zeigt nicht die Dramatik der Situation. Sie stammt aus der jährlichen Preisumfrage auf dem Akkumarkt von Bloomberg. Es ist der Durchschnittspreis, gemittelt über das ganze Jahr und über alle Akkutypen.

Inhalt:
  1. Energiewende: Akkupreise steigen wegen zu hoher Rohstoffkosten
  2. Die Zeiten ständig billigerer Akkus sind vorbei

Aber Akkus sind heute teuer als noch Anfang 2021. Erst vor Kurzem hat etwa der für die Blade Battery bekannte chinesische Akkuhersteller BYD angekündigt, die Akkupreise ab November um 20 Prozent anzuheben und ist damit nicht allein. Diese Preisanstiege in den letzten Wochen konnten sich noch kaum auf den Durchschnittspreis des Jahres auswirken. Dabei ist auch diese Preisentwicklung nur der Anfang. Anfang 2022 werden weiter steigende Preise erwartet.

Der Grund ist der im Laufe der letzten 12 Monate um das Fünffache gestiegene Lithiumpreis, der damit von einem Rekordtief auf ein Rekordhoch gestiegen ist. Auf dem freien Markt wird Lithiumcarbonat derzeit mit rund 31 US-Dollar/kg gehandelt. Allein das entspricht rund 21 US-Dollar pro Kilowattstunde, das ist ein Anstieg von 16 US-Dollar. Dabei sind diese Kosten noch gar nicht voll eingepreist. Denn die Preise in den Lieferverträgen mit den Herstellern orientieren sich zwar am Marktpreis, werden aber erst mit einigen Monaten Verzögerung neu ausgehandelt.

Lithium-Eisenphosphat hielt Durchschnittspreise niedrig

Rund die Hälfte des Anstiegs der Lithiumpreise erfolgte von August bis November, der große Preisschock kommt also erst 2022 in den Unternehmen an. Auch Kobalt ist doppelt so teuer wie Anfang des Jahres und die Nickelpreise sind um ein Viertel gestiegen. Auch andere Komponenten wie Graphit, Metall- und Separatorfolien, Elektrolyte und Bindemittel sind im Laufe des Jahres teurer geworden, wobei auch Lieferschwierigkeiten und die weltweite Pandemie eine Rolle gespielt haben.

Dass die Akkupreise im Jahresdurchschnitt überhaupt sinken konnten, ist laut Bloomberg hauptsächlich der Umstellung der Akkutechnologie auf Lithiumeisenphosphat (LFP) zu verdanken. Diese Akkus sind rund 30 Prozent billiger als NMC-Akkus mit Nickel und Kobalt. Wegen der Kostensteigerung sollen LFP-Akkus am Ende des Jahres dennoch genauso teuer gewesen sein, wie es die teureren NMC-Akkus am Anfang des Jahres waren. In China macht LFP inzwischen einen Anteil von über 50 Prozent an der gesamten Akkuproduktion aus. Hersteller wie Tesla haben bereits angekündigt, rund 80 Prozent ihrer Autos mit solchen Akkus auszustatten.

Die weitere Entwicklung hängt nun hauptsächlich vom Lithiumpreis ab. Die Nachfrage nach Lithium ist höher als das Angebot, weshalb kein Sinken der Preise zu erwarten ist. Anders als bei den anderen Akkukomponenten geht der enorme Anstieg der Lithiumpreise nicht auf Schwierigkeiten bei Lieferung und Produktion zurück, sondern auf fehlende Kapazität der Bergwerke. Das wird durch fehlende Investitionen wegen niedriger Lithiumpreise in den letzten Jahren auch so bleiben, denn Bergwerke benötigen wenigstens 5 Jahre von der Investition bis zum Produktionsbeginn.

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Die Zeiten ständig billigerer Akkus sind vorbei 
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peter.peter 29. Dez 2021

Der Text hat mir sehr gefallen. Es ist im Text etwas untergegangen. LfP Akkus können sich...

Laoban 08. Dez 2021

und obwohl der Mirai2 kein Riesenakku hat ist er trotzdem gleich schwer wie ein Tesla...

Vögelchen 07. Dez 2021

Hätte die Fachwelt damals doch nur die Forenexperten gefragt! Ach halt, die gab es j...

amagol 03. Dez 2021

Danke, dass du mir recht gibst. Wenn die Akkus fuer e-Auto etwas teuerer oder billiger...



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