Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Energiewende: Regierung will kleine PV-Anlagen nicht mehr fördern

Ein geleakter Entwurf der EEG-Novelle schreckt die Solarbranche auf. Mehr Eigenverbrauch und Direktvermarktung sind das Ziel.
/ Friedhelm Greis , dpa
176 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Kleine PV-Anlagen auf dem Dach sollen keine fixe Einspeisevergütung mehr erhalten. (Bild: Pixabay)
Kleine PV-Anlagen auf dem Dach sollen keine fixe Einspeisevergütung mehr erhalten. Bild: Pixabay
Inhalt
  1. Energiewende: Regierung will kleine PV-Anlagen nicht mehr fördern
  2. Kritik von Grünen und aus der Branche

Das Bundeswirtschaftsministerium plant starke Einschnitte bei der Solarförderung. Demnach soll die Förderung für neue, kleine Solaranlagen von 2027 an eingestellt werden. Das geht aus einem Arbeitsentwurf für eine Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) mit Stand 22. Januar 2026 hervor, der mehreren Medien vorliegt. Für bestehende Anlagen solle es Bestandsschutz geben. Balkonkraftwerke sind nicht betroffen.

Insbesondere kleine Solaranlagen seien inzwischen aufgrund gesunkener Kosten oft bereits ohne zusätzliche Förderung wirtschaftlich, sofern sie hohe Eigenverbrauchsanteile realisieren könnten, heißt es in dem 400-seitigen Papier. Konkret soll die Förderung für Anlagen bis 25 Kilowatt installierter Leistung eingestellt werden. Derzeit liegt die Vergütung zwischen 6,73 und 12,34 Cent pro Kilowattstunde (kWh), je nach Größe und Art der Anlage(öffnet im neuen Fenster) .

Einem Bericht des Spiegels(öffnet im neuen Fenster) (Paywall) zufolge enthält der Entwurf fünf Einschnitte. Vier davon beträfen explizit kleine Solardachanlagen. Neben der Streichung der Einspeisevergütung müssten auch die kleinen Betreiber künftig ihren Strom direkt vermarkten und sich dafür einen Abnehmer suchen.

Nur noch 50 Prozent Einspeisung erlaubt

Zudem sollen auch Anlagen mit weniger als 7 kW Leistung mit einem vernetzten Stromzähler ausgestattet werden, was die Anschlusskosten in die Höhe treibt. Ebenfalls sollen die sogenannten Solardachanlagen nur noch die Hälfte ihrer Leistung ins Netz einspeisen dürfen. Was darüber hinausgehe, müsse direkt selbst verbraucht oder in einer Batterie gepuffert werden.

Im Gesetzentwurf ist laut Spiegel noch offen, ob diese Regelung nur für Anlagen unter 25 Kilowatt gilt oder auch für Anlagen bis 100 Kilowatt. Bei Anlagen über 25 kW soll es künftig einen einheitlichen Fördersatz geben, was vor allem großen Anlagen zugutekommt.

Ein Sprecher des Ministeriums sagte der Nachrichtenagentur dpa, man sei noch in der internen Vorbereitung der Novelle. An dem Entwurf werde derzeit noch gearbeitet. Beim EEG bestehe Handlungsbedarf. "Z iele von Kosteneffizienz und Versorgungssicherheit wurden in den letzten Jahren zu wenig berücksichtigt" , sagte der Sprecher.

Ministerium: Kleine Solaranlagen rechnen sich

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hatte bereits deutlich gemacht , dass kleine Solaranlagen auf dem Dach keine Förderung mehr benötigten, weil sie sich für Verbraucher bereits rechneten. Die Preise für Anlagen und Speicher seien deutlich gesunken.

Der Ministeriumssprecher sagte, derzeit finanziere die Allgemeinheit über Steuermittel Strom aus kleinen Photovoltaik-Dachanlagen, die sich bereits ohne Förderung wirtschaftlich tragen könnten und zudem auch dann ins Netz einspeisten, wenn kein Bedarf bestehe, und dadurch Systemprobleme verschärften. Einem Bericht des Handelsblatts(öffnet im neuen Fenster) (Paywall) zufolge summierte sich die aus Steuermitteln finanzierte EEG-Förderung für alle erneuerbaren Energien im Jahr 2024 auf knapp 22 Milliarden Euro. Davon entfielen 10,5 Milliarden auf die Photovoltaik.

Die Opposition und Branchenverbände kritisierten die Pläne scharf.


Relevante Themen