Kritik von Grünen und aus der Branche
Der Grünen-Energiepolitiker Michael Kellner sagte: "Die Solarförderung auf privaten Dächern ist eine Erfolgsgeschichte – Millionen Bürger haben investiert, das Land profitiert. Mit ihrem Gesetzentwurf droht Katherina Reiche, dieses Engagement auszubremsen." Die Grünen-Politikerin Katrin Uhlig sprach von einem Angriff auf das Erfolgsmodell der Energiewende.
Der Bundesverband Solarwirtschaft warnte vor einem Kahlschlag beim Solarausbau. "Sollten diese Maßnahmen tatsächlich umgesetzt werden, dürfte die Errichtung neuer Solarstromanlagen auf privaten Gebäuden fast komplett zum Erliegen kommen" , kritisierte der Verband(öffnet im neuen Fenster) . Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig sagte, die EEG-Einspeisevergütung sei für die Mehrzahl neuer Solaranlagenbetreiber immer noch zwingend notwendig, um eine hinreichende Rentabilität sicherzustellen.
Experte: Direktvermarktung noch kaum möglich
Der Energieexperte Leonhard Gandhi vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme sagte dem Handelsblatt: "Es gibt aktuell bereits einen Direktvermarkter auch für kleine PV-Anlagen, aber die Vermarktungskosten sind so hoch, dass es sich für Privatleute eher lohnt, ihren PV-Strom gar nicht mehr einzuspeisen." Gandhi kommt zu dem Schluss: "2027 wäre für eine Abschaffung der festen Einspeisevergütung definitiv zu früh."
Der Branchenverband BEE nannte den Entwurf einen "weiteren Angriff auf die erneuerbaren Energien" . Die erfolgreiche Fortführung der Energiewende werde blockiert, kritisierte die Präsidentin des Bundesverbandes Erneuerbare Energie (BEE), Ursula Heinen-Esser, die selbst der CDU angehört. Das bedrohe Arbeitsplätze und die Widerstandsfähigkeit gegen Krisen. "Die erneuerbaren Energien sind eine der wenigen, noch verbliebenen deutschen Wachstumsbranchen, die im großen Stil Jobs geschaffen hat und um deren Erhalt kämpft" , erklärte der Verband(öffnet im neuen Fenster) . "Die Erneuerbaren ermöglichen Investitionen auch abseits von Metropolregionen, stärken den Mittelstand und machen unsere Energieversorgung sicherer."
Mehr Kosteneffizienz
Im Arbeitsentwurf des Ministeriums heißt es, das EEG bedürfe aus einer Reihe von Gründen einer grundlegenden Neuordnung. "Es gilt, das EEG konsequent auf Bezahlbarkeit, Kosteneffizienz und Versorgungssicherheit auszurichten." Die erneuerbaren Energien seien im " Zentrum der Stromversorgung " angekommen. Reiche hatte deutlich gemacht, die erneuerbaren Energien müssten mehr Verantwortung tragen.
Im Arbeitsentwurf wird am Ziel festgehalten, den Anteil des aus erneuerbaren Energien erzeugten Stroms am Bruttostromverbrauch bis 2030 auf 80 Prozent zu steigern. 2025 lag der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung nach Angaben der Energiebranche bei 58 Prozent.
Experten gehen jedoch davon aus, dass durch das Streichen der Förderung die Ausbauziele nicht erreicht würden. Denn im vergangenen Jahr sei der Zubau bei den PV-Anlagen zur Hälfte auf Gebäudeanlagen entfallen, berichtete Cleanthinking.de(öffnet im neuen Fenster) . Diesem Zubau könne nun der Boden entzogen werden.
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