Energiewende: Netzagentur will den Bau von Netzspeichern günstiger machen
Für die Energiewende braucht es Speicher. Die Bundesnetzagentur will die Einrichtung von Speichern und Elektrolyseuren finanziell attraktiver machen, indem sie die Baukostenzuschüsse an die Netzbetreiber reformieren will.
Einen Baukostenzuschuss erhebt ein Netzbetreiber, wenn er einen Anschluss neu einrichtet oder einen vorhandenen erweitert. Damit wird der Anschlussnehmer an den Kosten des Netzausbaus beteiligt. Dieser Baukostenzuschuss wird einmalig erhoben – anders als das Netzentgelt, das Stromverbraucher jährlich zahlen müssen.
Diesen Baukostenzuschuss will die Netzagentur reformieren und hat dazu ein Positionspapier(öffnet im neuen Fenster) veröffentlicht. Die Höhe solle sich künftig "aus dem Preis für die Leistung und der notwendigen Netzkapazität berechnen" , teilte die Bundesnetzagentur mit(öffnet im neuen Fenster) .
Die Baukosten sollen abgestuft werden
So sollen die Übertragungsnetzbetreiber künftig Abstufungen vornehmen, wenn sie Baukostenzuschüsse erheben. Die Bundesnetzagentur schlägt fünf Stufen vor, die sich danach berechnen sollen, wie sinnvoll ein Speicherprojekt für das Stromnetz ist. So könnte der Baukostenzuschuss geringer ausfallen, wenn ein Elektrolyseur oder ein Speicher in einer windreichen Region, etwa in Schleswig-Holstein, errichtet wird, wo ein Überangebot an Strom besteht.
"Der Stromnetzausbau für die Energiewende verursacht Kosten. Darum ist ein Preissignal für den bewussten und sparsamen Umgang mit Anschlusskapazitäten und mehr Kosteneffizienz wichtig" , sagte Netzagentur-Chef Klaus Müller. "Wenn es gelingt, neue Großverbraucher, Speicher oder Elektrolyseure stärker mit Rücksicht auf das vorhandene Stromnetz zu dimensionieren und sich intelligent zu beteiligen, dann sparen wir Kosten beim Netzausbau. Anschlussnehmer sollen in unterschiedlicher Höhe an den Netzkosten beteiligt werden, je nachdem, wie vorteilhaft die Ansiedlung an dem jeweiligen Standort für das Gesamtsystem ist."
Wie eine Reduzierung aussehen könnte, zeigt die Agentur an einem Beispiel: Derzeit würde ein Anschlussnehmer für einen 600-Megawatt-Anschluss – etwa für eine große, energieintensive Fabrik – einen vollen Baukostenzuschuss von rund 60 Millionen Euro zahlen. Würde nur ein 20-prozentiger Zuschuss erhoben, reduzierte sich dieser Betrag auf 12 Millionen Euro.
Baukostenzuschüsse dienen laut Bundesnetzagentur weniger der Finanzierung als vielmehr der Lenkung bei den Anschlüssen. Sie seien ein Signal "sparsam mit Anschlusskapazität umzugehen, um nicht weiteren Netzausbau auszulösen." In dieser Hinsicht ist ein abgestuftes System, wie es die Bundesnetzagentur vorschlägt, sinnvoll.
Einen Baukostenzuschuss müssen nur Akteure bezahlen, die Strom abnehmen, nicht aber jene, die Strom einspeisen. Beim Bau eines neuen Windparks oder eines Kraftwerks wird er nicht erhoben. Das kritisieren die Speicherbetreiber: Sie argumentieren, dass sie zwar Strom aus dem Netz entnähmen, wenn er günstig sei. Sie speisten aber auch wieder ein. Die Speicherbetreiber reichten gegen die aktuelle Regelung, dass Speicher aus Netzsicht als Verbraucher eingestuft werden, vor dem Bundesgerichtshof Klage ein.
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