Energiewende: Negative Strompreise am 1. Mai auf Rekordjagd
Für die frühen Nachmittagsstunden am 1. Mai wird der negative Rekord von minus 50 Cent je Kilowattstunde (kWh) Strom erwartet. Das zeigen unter anderem Daten zur Strompreisentwicklung von Vattenfall(öffnet im neuen Fenster). Bereits am 26. April lag der Börsenstrompreis bei minus 48 Cent, und auch für Sonntag, den 3. Mai, sind deutliche Negativpreise zu erwarten.
Derzeit produzieren die Photovoltaikanlagen in ganz Deutschland über die Mittagszeit viel Strom, wegen der kühleren Temperaturen sogar mehr als in den Sommermonaten. Hinzu kommt leichter Wind, der im Sommer ebenfalls etwas weniger wird. Zudem sinkt der Bedarf an Sonn- und Feiertagen, weil die Industrie weniger Strom abnimmt.
Wirklich überraschend kommen die negativen Preise also nicht. Ein so starkes Absinken hat einen zusätzlichen Effekt: Wer seinen Strom zu dynamischen Preisen bezieht, bekommt für jede verbrauchte Kilowattstunde ungefähr 30 Cent, abhängig vom Anbieter. Die übrigen 20 Cent entfallen auf Gebühren, Steuern und Netzentgelte.
Laden des E-Autos wird bezahlt
Werden dann das Elektroauto in der günstigsten Phase zwischen 13 und 15 Uhr geladen, die Waschmaschine betrieben und das Warmwasser bereitet, lassen sich 5 bis 10 Euro verdienen. Im Grunde sollte ein flexibles Stromnetz genauso funktionieren. Das Preissignal sorgt dafür, dass der Verbrauch in Zeiten mit einem hohen Angebot parallel ansteigt.
Bild(öffnet im neuen Fenster) hat wenig überraschend einen anderen Blick auf die Situation. Demnach wird der Strom ins Ausland verschenkt, versehen mit einer zusätzlichen Prämie. Dass auch Dänemark regelmäßig seine Überproduktion aus Windkraft nach Deutschland abgibt oder die starre Produktion aus französischen Atomkraftwerke bei wenig Bedarf irgendwo hingeleitet werden muss, muss man bei dieser Logik natürlich ignorieren.
Noch nicht im Gleichgewicht
Vor allem aber zeigt die Situation, dass die Energiewende nur als Gesamtsystem funktioniert und dies zumindest für den kleinen Kreis an Haushalten und Industriebetrieben, die flexibel sein können, bereits funktioniert. Ein großer Teil des extrem günstigen oder sogar negativ bepreisten Stroms bleibt natürlich im Land, lädt Elektroautos, lässt Wärme speichern oder Pumpspeicher volllaufen.
Noch fehlt es an vielen Stellen jedoch an Speichermöglichkeiten, und dort, wo sie wie im E-Auto bereits vorhanden sind, fehlen intelligente Systeme. Allerdings nimmt die Anzahl der Elektroautos und damit die gesamte Batteriekapazität derzeit schnell zu, und erste Projekte zum bedarfsgerechten Laden laufen bereits.
Flexible Stromnetze, ausreichend Speichermöglichkeiten und ein klügerer Einsatz energieintensiver Anlagen dürften die Strompreise nach und nach glätten, wie auch das Beispiel Kalifornien zeigt. Dafür wird dann unter anderem ein stark negativer Strompreis sorgen.
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