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Energiewende: Kleiner Atomreaktor in Idaho wird nicht gebaut

Das ist ein Rückschlag für die Atomkraft in den USA. Entwickler Nuscale erwägt ein Projekt in Europa.

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Konzept des SMR in Idaho: Projekt in Europa geplant (Bild: CFPP)

Erst einmal kein neues Atomkraftwerk: In den USA wird ein kleines Atomkraftwerk doch nicht gebaut. Das haben der Entwickler Nuscale Power Corporation und der Energieversorger Utah Associated Municipal Power Systems (UAMPS) bekanntgegeben.

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Beide Partner hätten gemeinsam beschlossen, das Projekt zu beenden, heißt es einer Mitteilung von Nuscale. Geplant war, im Rahmen des Carbon Free Power Project (CFPP) sechs Atomkraftwerke im US-Bundesstaat Idaho zu bauen. Die hätten im Jahr 2029 ans Netz gehen und im Jahr darauf die volle Leistung erreichen sollen.

Grund für das Ende sind die gestiegenen Baukosten. Damit war der von Nuscale angestrebte Strompreis nicht realisierbar. Nuscale wollte Strom für 58 US-Dollar pro Megawattstunde anbieten. Inzwischen geht das Unternehmen von 89 US-Dollar aus. Zwar wollte das US-Energieministerium das Projekt mit gut 1,3 Milliarden US-Dollar subventionieren. Dennoch erscheine es unwahrscheinlich, dass sich genug Abnehmer gefunden hätten, um die Kraftwerke wirtschaftlich zu betreiben, teilte Nuscale mit.

Sechs Reaktoren sollten 77 Megawatt liefern

CFPP sollte aus sechs Kleinreaktoren (Smale Modular Reactor, SMR) bestehen, die jeweils 77 Megawatt liefern sollten. SMRs sind kleiner als bisher gebaute Reaktoren, deren Errichtung soll zudem einfacher und günstiger sein. In einer Fabrik sollen sie vorgefertigt und anschließend vor Ort montiert werden.

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SMRs sollten eine Renaissance der Atomkraft bringen. Verschiedene Unternehmen beschäftigen sich damit, darunter das 2016 gegründete Unternehmen Terrapower, das Microsoft-Gründer Bill Gates mit initiiert hat und das einen SMR im US-Bundesstaat Wyoming bauen will. Das US-Unternehmen Westinghouse Electric Company hat vor einigen Monaten das Konzept eines SMRs vorgestellt

Das Ende von CFPP dürfte auch ein Rückschlag für andere Atomprojekte in den USA sein. Nuscale will sich davon nicht entmutigen lasen. "Wir haben während der Entwicklung des CFPP viele unschätzbare Lektionen gelernt, die wir in die künftige Entwicklungsarbeit einbringen werden", sagte Nuscale-Chef John Hopkins. Das Unternehmen verhandelt unter anderem über ein Projekt in Rumänien.