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Energiewende in Bayern: Fehlende Windkraft und mangelnder Netzausbau im Süden

Neueste Zahlen zeigen, dass notwendige Abschaltungen bei erneuerbaren Energien deutlich zurückgehen, aber in Bayern haben sich die Kosten versechsfacht.
/ Mario Petzold
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In Bayern wurde viel Photovoltiak zugebaut, aber wenig anderes. (Bild: Getty Images/Sean Gallup)
In Bayern wurde viel Photovoltiak zugebaut, aber wenig anderes. Bild: Getty Images/Sean Gallup

Ein Bericht der Süddeutschen Zeitung(öffnet im neuen Fenster) (Paywall) zeigt, dass ein Großteil der Abschaltungen der Stromproduktion mittlerweile auf Bayern entfällt. Insbesondere in den Sommermonaten 2025 mussten dort Photovoltaikanlagen vom Netz genommen werden, um eine Netzüberlastung zu verhindern.

Gleichzeitig sinken die Kosten für das Netzmanagement beziehungsweise Redispatch seit zwei Jahren, wie die Datenbank der Bundesnetzagentur(öffnet im neuen Fenster) zeigt. Somit hat sich der Anteil Bayerns an den Kosten für Netzabschaltungen erneuerbarer Energieanlagen von unter 5 auf 40 Prozent erhöht.

Kosten werden über Netzentgelt kompensiert

Deutschlandweit hatten die Abschaltungen wegen Überproduktion im Jahr 2023 noch knapp 600 Millionen Euro gekostet. Die Betreiber der Anlagen werden dann für den nicht eingespeisten Strom entschädigt. 2025 lagen die Zahlungen nur noch bei 420 Millionen Euro, während die Entschädigungen in Bayern im gleichen Zeitraum von 30 Millionen auf 170 Millionen Euro anstiegen.

Ausgeglichen werden die Zahlungen über die Netzentgelte, die ansonsten eigentlich für Ausbau und Instandhaltung der Stromnetze genutzt werden. Wobei auch für das Netzmanagement schon immer Kosten anfallen. Der größte Teil der Zahlungen entfällt dementsprechend auf das teure Hochfahren von Reservekraftwerken und die Bereithaltung von zusätzlichen Kapazitäten. Die Abschaltung von Windkraft- und Solaranlagen macht nur 20 Prozent der Gesamtsumme aus.

Falscher Ausbau, verzögerter Ausbau

Auf Nachfrage der Süddeutschen Zeitung beim Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft werden zwei entscheidende Ursache für den rasanten Kostenanstieg genannt. Zum einen fehlt es an der nötigen Windkraft im Freistaat, die eine gute Ergänzung zu Photovoltaik darstellt. Zum anderen wurde der Ausbau großer Stromtrassen von Norden nach Bayern zu lange verzögert.

Geplant sind Investitionen in den Netzausbau in Milliardenhöhe in den nächsten Jahren. Zudem ist laut Staatsministerium die Anzahl der Genehmigungen für Windkraftanlagen deutlich gestiegen. Wörtlich heißt es aus dem Ministerium: "Ein deutschlandweit ausgewogener Ausbau der Windenergie-Nutzung führt zu einer erheblichen Entlastung der Netze."


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