Energiewende: Hyme baut Wärmespeicherkraftwerk auf Bornholm

Neue Aufgaben für alte Kraftwerke: Der dänische Energieversorger Hyme Energy will stillgelegte Heizkraftwerke zu Energiespeichern umbauen. Der erste soll in wenigen Jahren einsatzbereit sein.
Hyme baut in Rønne, der Hauptstadt der dänischen Insel Bornholm ein altes Heizkraftwerk um. Es soll Strom aus Solar- und Windkraftanlagen, der nicht ins Netz eingespeist werden kann, in Form von Wärme speichern. Diese kann dann zum Heizen von Wohnungen oder als Prozesswärme in der Industrie genutzt werden. Es ist aber auch möglich, sie zur Stromerzeugung zu nutzen.
Als Speichermedium will Hyme Hydroxid-Schmelzsalz einsetzen, das auf 700 Grad Celsius aufgeheizt werden. Die Anlage besteht aus zwei Tanks. Im Heißtank ist das 700 Grad heiße Salz. Es wird in den Kessel des alten Kraftwerks geleitet und erzeugt dort über einen Wärmetauscher Dampf, der dann eine Turbine antreibt und anschließend zum Heizen genutzt wird.
Durch diesen Vorgang kühlt sich das Salz auf etwa 350 Grad Celsius ab. Es wird in einen zweiten Tank geleitet, um erneut aufgeheizt zu werden.
Das DLR testet Salzspeicher
Das Institut für Technische Thermodynamik des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) verfolgt ähnliche Pläne: Es will alte Kohlekraftwerke, von denen es einige in Deutschland gibt, zu Wärmespeichern umbauen. Das Institut betreibt seit 2017 ein Köln eine Testanlage für Wärmespeicherung in Salzschmelzen (Tesis)(öffnet im neuen Fenster) . In Stuttgart wurde gerade ein weiterer Speicher in Betrieb genommen, der flüssiges Salz als Speichermedium nutzt .
Vorteil des Konzepts sei, dass vorhandene Systeme genutzt werden könnten, sagte Institutsdirektor André Thess vor einiger Zeit im Gespräch mit Golem.de : Dampfturbine und Generator, um aus Dampf Strom zu erzeugen, und die Infrastruktur, um den Strom ins Netz einzuspeisen. Solche Anlagen einfach abzureißen, sei "ein großer volkswirtschaftlicher Schaden" .
Das Speicherkraftwerk in Rønne wird eine Speicherkapazität von 20 Megawattstunden haben und eine Leistung von etwa einem Megawatt bereitstellen. Es soll 2024 seinen Betrieb aufnehmen.
"Wir fangen klein an, werden aber gemeinsam zeigen, was die Technologie alles kann" , sagte Hyme-Chef Ask Løvschall-Jensen(öffnet im neuen Fenster) . Langfristig will Hyme Speicherkraftwerke mit Kapazitäten im Gigawattstundenbereich bauen.



