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Energiewende: Grüne wollen regionale Strompreise einführen

Regionen mit hohem Anteil an erneuerbarer Energie sollen von günstigeren Strompreisen profitieren. Sogar innerhalb der Grünen gibt es daran Kritik.
/ Friedhelm Greis
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In den ostdeutschen Bundesländern ist der Windkraftausbau stark fortgeschritten. (Bild: Odd Andersen/AFP/Getty Images)
In den ostdeutschen Bundesländern ist der Windkraftausbau stark fortgeschritten. Bild: Odd Andersen/AFP/Getty Images
Inhalt
  1. Energiewende: Grüne wollen regionale Strompreise einführen
  2. Keine Einteilung in zwei Zonen geplant

Die Grünen plädieren für eine stärkere Regionalisierung der Strompreise in Deutschland. Wer die Energiewende trage, "soll zuerst von ihr profitieren", heißt es in einem Beschluss des Länderrats vom 28. Juni 2026. Allerdings lassen die Grünen offen, wie viele regionale Stromgebotszonen die bislang einheitliche Stromgebotszone ersetzen sollen.

Dem neunseitigen Beschluss(öffnet im neuen Fenster) (PDF) zufolge wollen die Grünen künftig auf "regionale Preissignale, dynamische Netzentgelte und Energy Sharing" setzen.

Der Länderrat der Grünen "beschließt über die Richtlinien der Politik zwischen den Bundesversammlungen und koordiniert die Arbeit zwischen den Gremien der Bundespartei, den Fraktionen und den Landesverbänden".

Bundesregierung und Wirtschaft dagegen

Die Abkehr von der einheitlichen Stromgebotszone in Deutschland ist stark umstritten. Die Bundesregierung plädierte erst Ende 2025 dafür(öffnet im neuen Fenster), das bisherige Konzept beizubehalten. "Durch den Erhalt der einheitlichen Gebotszone wird in Deutschland weiterhin ein einheitlicher Börsenstrompreis gelten. Alle deutschen Verbraucher profitieren bei den Strompreisen weiterhin von den jeweils besten Erzeugungsbedingungen innerhalb der großen deutsch-luxemburgischen Stromgebotszone und können auch in Zukunft von der hohen Liquidität des deutschen Strommarkts Gebrauch machen", hieß es zur Begründung.

Auch die Ökostromproduzenten lehnen regionale Gebotszonen ab. "Die negativen Auswirkungen auf die Realwirtschaft sind nicht abzusehen und überlagern etwaige theoretische Vorteile. Es gibt bessere Möglichkeiten, um die Energiewende voranzutreiben, gleichwertige Lebensverhältnisse zu fördern und hochwertige Beschäftigung sicherzustellen", hieß es in einer gemeinsamen Stellungnahme von Wirtschaftsverbänden aus dem Juli 2024(öffnet im neuen Fenster), die vom Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE) unterstützt wurde. Auf Nachfrage erklärte ein Sprecher, dass das damalige Papier(öffnet im neuen Fenster) (PDF) "die aktuell gültige Position des BEE zur Frage einer einheitlichen Stromgebotszone" darstelle.

Kritik von NRW-Grünen

Selbst innerhalb der Grünen kam umgehend Kritik an dem Beschluss. "Die Aufteilung der einheitlichen deutschen Strompreiszone wäre der falsche Weg", sagte die nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne) dem Handelsblatt(öffnet im neuen Fenster) (Paywall). Das schaffe neue Unsicherheiten, verteuere Investitionsentscheidungen und gefährde damit die Wettbewerbsfähigkeit der Industriestandorte im Westen und Süden der Republik. "Die eigentlichen Probleme unseres Energiesystems würden so nicht gelöst werden", sagte Neubaur weiter.

Der Länderrat zielt mit dem Vorschlag insbesondere auf die anstehenden Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern im September 2026. Denn dem Beschluss zufolge sollen "die Kostenvorteile der günstigen Erneuerbaren endlich dort ankommen, wo die Energiewende gemacht wird – gerade in Ostdeutschland". In den ostdeutschen Ländern decken die Erneuerbaren demnach "schon rund 75 Prozent der Stromversorgung – weit mehr als der Bundesschnitt von rund 56 Prozent".

Die Grünen-Spitzenkandidatin für Sachsen-Anhalt, Susan Sziborra-Seidlitz, sagte dem Handelsblatt: "Der Strom muss günstiger werden, vor allem da, wo er günstig und grün produziert wird. Und das ist bei uns im Osten."

Langfristig knotenscharfe Preise

Allerdings schwebt den Grünen nicht vor, Deutschland in eine west- und ost- beziehungsweise nord- und süddeutsche Stromgebotszone aufzuteilen.


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