Energiewende: Erneuerbare Energien auf Rekordniveau

Die Energiewende in Deutschland geht weiter: Der Anteil an Strom aus erneuerbaren Quellen war noch nie so hoch wie im ersten Halbjahr 2024. Das gilt auch für die produzierte Strommenge.
Von Januar bis Juni wurden 140 Terawattstunden (TWh) an erneuerbarem Strom erzeugt – so viel wie noch nie zuvor. Der Anteil an der öffentlichen Nettostromerzeugung lag bei 65 Prozent. Das teilte das Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme (ISE) in Freiburg mit(öffnet im neuen Fenster) .
Den größten Anteil am aktuellen Strommix macht mit 73,4 TWh Windenergie aus, im ersten Halbjahr 2023 waren es 66,8 TWh. Davon wurden 59,5 TWh an Land und 13,8 TWh auf dem Meer erzeugt. Der Anteil des Windstroms an der öffentlichen Nettostromerzeugung betrug 34,1 Prozent.
Braunkohle bleibt ein wichtiger Energieträger
Zweitwichtigster Energieträger war die Braunkohle mit 33,5 TWh, dicht gefolgt von Solarstrom mit 32,4 TWh. Mithilfe von Erdgas wurden 25,8 TWh erzeugt, mit Biomasse 20,8 TWh. Wasser- und Steinkohlekraftwerke lieferten je 11,3 TWh.
Wind- und Photovoltaikanlagen lieferten 6,5 TWh und 4,2 TWh mehr als in den ersten sechs Monaten des Vorjahres, Wasserkraftwerke 2,3 TWh. Bei der Biomasse gab es einen Rückgang um 0,8 TWh. Bei den fossilen Energieträgern legte nur Erdgas zu, um 2,3 TWh. Die Erzeugung aus Braunkohle und Steinkohle ging weiter zurück, um 7,2 TWh respektive 7,8 TWh.
Insgesamt wurden 215 TWh produziert. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 222 TWh. Da sich auch die Last gegenüber dem ersten Halbjahr 2023 erhöhte (233 TWh gegenüber 229 TWh), mussten 11,3 TWh Strom im Saldo importiert werden. Im ersten Halbjahr 2023 wurden noch 0,8 TWh im Saldo exportiert.
Der importierte Strom kam aus Skandinavien, Frankreich, der Schweiz, Belgien und den Niederlanden. Der importierte Wind- und Wasserstrom aus Skandinavien war dabei günstiger als der aus deutschen Kohle- und Gaskraftwerken. Die Börsenstrompreise sanken von 100,54 Euro/MWh auf 67,94 Euro/MWh. Auch Erdgas wurde deutlich günstiger, der Preis sank von 44,99 Euro/MWh auf 29,71 Euro/MWh.
Die Preise nähern sich dem Preisniveau in den Jahren vor dem Ukrainekrieg. "Der Effekt von sinkenden Börsenstrompreisen wird sich mittelfristig in Strompreisen von privaten und industriellen Endkunden zeigen" , sagte Bruno Burger, leitender Wissenschaftler bei den Energy-Charts am Fraunhofer ISE.



