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Energiewende: Elektrifizierung als Königsweg gegen US-Abhängigkeit

Flüssiggas kommt fast vollständig aus den USA. Erpressbar wird Europa dadurch aber nur, wenn es die eigenen Ressourcen nicht nutzt.
/ Mario Petzold
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2022 befand sich das LNG-Terminal bei Wilhelmshaven noch im Bau. (Bild: Getty Images/David Hecker)
2022 befand sich das LNG-Terminal bei Wilhelmshaven noch im Bau. Bild: Getty Images/David Hecker

Laut einer Studie des Ecologic Institut gGmbH(öffnet im neuen Fenster) mit Sitz in Berlin lässt sich eine starke Zunahme der Importe von Flüssiggas aus den USA beobachten. Seit 2021 hat sich demnach der Anteil US-amerikanischen Gases an den gesamten Gasimporten mehr als verfünffacht auf 27 Prozent. Werden nur die Lieferungen per Schiff berücksichtigt, sind es sogar 60 Prozent sein.

Für Deutschland, das mittlerweile über drei Importhäfen für Flüssiggas verfügt, soll der Anteil an aus den USA importiertem Gas auf diesem Weg bei 96 Prozent liegen. Ausgerechnet hat das die Deutsche Umwelthilfe(öffnet im neuen Fenster) .

Gefährliche Entwicklung, einfache Lösung

Vor dem Hintergrund der politischen Entwicklungen der letzten Wochen mit dem Streit um Grönland inklusive Zolldrohungen ist die Gefahr der Erpressbarkeit durch Energieimporte aus den USA zumindest nicht unrealistisch. Mehrere Energieexperten, die die Süddeutsche Zeitung(öffnet im neuen Fenster) dazu befragte, raten aber zu Gelassenheit.

So sei die Entwicklung gar nicht anders zu erwarten gewesen, weil die EU das nicht mehr aus Russland gelieferte Gas ersetzen musste. Hier konnten die USA zügig einspringen, wobei Lieferungen aus Katar oder Nigeria ebenso problemlos gesteigert werden könnten. Anders als bei Gas aus Pipelines ließe sich der Lieferant bei Schiffslieferungen schnell wechseln.

Gleichzeitig sei der Preis für Flüssiggas aus den USA derzeit niedrig, da China als Abnehmer weggefallen und damit der Absatzmarkt deutlich kleiner geworden sei. Hinzu komme, dass der Gasverbrauch in der EU im gleichen Zeitraum um ein Fünftel zurückgegangen sei.

Fossile Abhängigkeit unbestritten

Dass die EU von Energieimporten insgesamt zu abhängig sei, betont der Energieexperte Georg Zachmann in der Süddeutschen Zeitung. Der einzige Ausweg sei die Steigerung der Energieeffizienz und die Elektrifizierung von allen Bereichen, vom Verkehr bis zu Industrieprozessen.

Dazu passt, dass gerade der Nordsee-Gipfel(öffnet im neuen Fenster) in Hamburg startet. Hier soll beraten werden, wie der Ausbau der Windenergie in der Nordsee effizienter vorangetrieben werden kann und wie die lokale Windenergieindustrie davon profitieren kann.

Diese Entwicklung steht allerdings im Widerspruch zur Einigung der EU und der USA im Zollstreit aus dem letzten Jahr. Demnach müsste die EU in den nächsten 4 Jahren Energie im Wert von 750 Milliarden US-Dollar aus den USA importieren. Dreimal mehr, als aktuell aus den USA importiert wird, während der Trend beim Verbrauch in die entgegengesetzte Richtung zeigt.


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