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Energiewende: Ein stillgelegtes Bergwerk wird zum Stromspeicher

Wo bis vor kurzem Kupfer und Zink abgebaut wurde, soll künftig Strom aus Solaranlagen und Windkraftanlagen gespeichert werden.
/ Werner Pluta
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Elektrische Förderanlage von ABB: Der Motor wird zum Generator. (Bild: ABB)
Elektrische Förderanlage von ABB: Der Motor wird zum Generator. Bild: ABB

Ein stillgelegtes Bergwerk in Finnland soll eine neue Funktion erhalten. Es wird zu einem Energiespeicher.

In dem Bergwerk in Pyhäsalmi, etwa 450 Kilometer nördlich der Hauptstadt Helsinki, wurde bis vor zwei Jahren Zink und Kupfer abgebaut. Es ist mit 1.444 Metern eines der tiefsten in Europa und beherbergt die tiefstgelegene Sauna der Welt, auf 1.440 Meter unter der Oberfläche. Das schottische Unternehmen Gravitricity(öffnet im neuen Fenster) baut einen 530 Meter tiefen Nebenschacht zu einem unterirdischen Schwerkraftspeicher (Underground Gravity Energy Storage, Uges) um, wie die britische Tageszeitung Independent berichtete(öffnet im neuen Fenster).

Dabei wird elektrische Energie als potenzielle Energie gespeichert: Das Gravistore-System(öffnet im neuen Fenster) besteht aus einem Gewicht, das von Elektromotoren nach oben gezogen wird, wenn mehr Strom zur Verfügung steht, als benötigt wird. Wird hingegen Strom gebracht, wird das Gewicht in den Schacht abgesenkt. Die Motoren fungieren dann als Generatoren, die Strom erzeugen.

Der Gravistore ist schnell einsatzbereit

Ein Gravistore kann laut Hersteller in weniger als einer Sekunde aus dem Stillstand zur vollen Leistung hochgefahren werden. Über die Geschwindigkeit, mit der das Gewicht abgesenkt wird, kann die Leistungsabgabe reguliert werden: So kann über schnelles Absenken eine hohe Leistung bereitgestellt werden. Fährt das Gewicht langsam in die Tiefe, kann weniger, aber dafür länger Strom eingespeist werden.

Schwerkraftspeicher Gravistore – Gravitricity
Schwerkraftspeicher Gravistore – Gravitricity (03:42)

Weiterer Vorteil eines Schwerkraftspeichers ist, dass es bei der Speicherung keinen Energieverlust gibt. Zudem kann das System nach Angaben von Gravitricity über 50 Jahre lang ohne Kapazitätsverluste betrieben werden. Ein Gravistore soll bis zu 20 Megawattstunden speichern können.

Laut einer im Januar veröffentlichten Studie des International Institute for Applied Systems Analysis (IIASA)(öffnet im neuen Fenster) gibt es weltweit unzählige Schächte, die zu einem Uges umgebaut werden könnten, die meisten in China, Indien, Russland und den USA. Es könnten demnach weltweit Uges mit einer Kapazität zwischen 7 und 70 Terawattstunden eingerichtet werden.

Die Investitionskosten beziffert das IIASA auf 1 bis 10 US-Dollar pro Kilowattstunde. Zum Vergleich: Bei Akkus liegen sie derzeit bei rund 120 US-Dollar pro Kilowattstunde.

Gravitricity vereinbarte im Dezember vergangenen Jahres eine Kooperation mit dem Schweizer Elektrotechnikkonzern ABB beim Bau von derartigen Speichern.


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