Energiewende: Deutschlands Wärmepumpenboom stockt
Die Dringlichkeit, Wärmepumpen im großen Stil zu verbauen, ist weg – und so gehen die Förderanträge zurück.
Nach einem sprunghaften Anstieg der Nachfrage sind die Anträge auf Förderung von Wärmepumpen in Deutschland stark zurückgegangen. Das berichtete der Spiegel. Wärmepumpen sind für die Dekarbonisierung von Gebäudeheizungen in Deutschland von hoher Bedeutung.
In der ersten Jahreshälfte 2023 gab es dem Bericht zufolge 48.804 Förderanträge für Wärmepumpen. Im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres waren es mit 97.766 etwa doppelt so viele gewesen. Im Juni 2023 wurden nur rund 7.500 Förderanträge gestellt, im gleichen Monat des Vorjahres waren es rund 22.900 gewesen.
Im August 2021 war der Höhepunkt erreicht, als sich Eigentümer um auslaufende Förderungen bemühten. Damals gab es 148.000 Anträge.
Mehrere Faktoren erklären laut Spiegel den Umschwung. Mit der gesicherten Gasversorgung und der Preisbremse verflog die Panik vor einer Verknappung fossiler Brennstoffe. Die hohen Strompreise und Abschaltmöglichkeiten durch die Netzbetreiber schreckten potenzielle Käufer ebenfalls von der Einführung von Wärmepumpen ab.
Außerdem führten langwierige politische Debatten zu Unsicherheit über langfristige Regelungen und die staatliche Förderung. Viele Eigentümer warten auf kommunale Wärmepläne, bevor sie sich entscheiden, wahlweise Fernwärme oder Wärmepumpen zu verwenden.
Die Hersteller von Wärmepumpen sorgen sich dem Bericht zufolge, dass ihre Fabriken trotz hoher Auftragsbestände nicht ausgelastet würden.
Die Bundesregierung will, dass bis 2024 jährlich 500.000 Wärmepumpen installiert werden, der aktuelle Trend deutet hingegen auf nur 100.000 Stück pro Jahr hin.