Energiewende: Das Ende von Kohle, Öl und Gas

Stopp neuer Öl- und Gasförderung, Kohleausstieg bis 2030, Begrenzung des Flugverkehrs: Die Internationale Energieagentur hat einen Plan für Klimaneutralität.

Artikel von veröffentlicht am
Die Internationale Energieagentur galt als Sprachrohr der Ölindustrie, jetzt fordert sie das Ende von neuen fossilen Projekten.
Die Internationale Energieagentur galt als Sprachrohr der Ölindustrie, jetzt fordert sie das Ende von neuen fossilen Projekten. (Bild: WClarke/Wikimedia Commons/CC-BY-SA 4.0)

Die Internationale Energieagentur (IEA) hat in einem Bericht skizziert, wie die Welt bis zum Jahr 2050 Klimaneutralität erreichen kann. Die wichtigste Botschaft: Es darf ab sofort keine Neuinvestitionen in Projekte zur Förderung von Kohle, Öl und Gas mehr geben, wenn dieses Ziel erreicht werden soll.

Inhalt:
  1. Energiewende: Das Ende von Kohle, Öl und Gas
  2. Tempolimit, Begrenzung des Flugverkehrs, weniger Autos in Städten

Für die Energieagentur ist der Bericht eine deutliche Kehrtwende. In der Vergangenheit wurde der Organisation, die nach der Ölkrise 1974 gegründet wurde, vorgeworfen, zu sehr auf fossile Energie zu setzen und das Potenzial von erneuerbaren Energien kleinzurechnen.

Mit dem jetzt vorgestellten Bericht stellt die IEA ein Szenario vor, mit dem sie eine Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad für möglich hält - allerdings nur mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent.

Der Großteil der Energie würde demnach künftig aus Solar- und Windenergie kommen. Viele Sektoren, die heute direkt mit fossilen Rohstoffen betrieben werden, müssten ihren Energiebedarf künftig elektrisch decken. Auch Wasserstoff würde eine wichtige Rolle spielen, etwa 20 Prozent des Stroms würde zum Betrieb von Wasserstoff-Elektrolyseuren genutzt.

Zweieinhalb mal so viel Strom im Jahr 2050

Für den Strombedarf hieße das, dass dieser 2050 zweieinhalb mal so groß wäre wie heute. Die Solar- und Windenergie müsste schnell ausgebaut werden - noch deutlich schneller, als das bisher passiert. Ab 2030 müssten demnach jährlich 630 Gigawatt an Solarleistung und 390 Gigawatt an Windkraft weltweit ans Netz gehen. Das ist etwa viermal so viel wie im vergangenen Jahr - und 2020 war bereits ein Rekordjahr.

Kohlekraftwerke sollen in Industrieländern 2030 stillgelegt werden, weltweit soll dies 2040 der Fall sein. Sowohl für die Nutzung von Kohle als auch von Öl sinkt der Verbrauch ab sofort und wird die bisherigen Höchstwerte nicht mehr erreichen.

Bei Erdgas sieht die Energieagentur noch einen Anstieg für wenige Jahre, Mitte der 2020er Jahre soll aber auch der Erdgasverbrauch sinken. Damit verbunden wäre auch ein baldiger Abschied von der Idee, dass Erdgas als Brückentechnologie noch eine vorübergehende Rolle im Klimaschutz spielen kann.

Der Absatz von Elektroautos steigt in dem Szenario in den nächsten zehn Jahren auf das 18-Fache, spätestens ab 2035 dürfte es weltweit keine neuen Verbrenner-Autos mehr geben. Sogenannte E-Fuels, also mithilfe von Strom hergestellte Kraftstoffe, spielen im Straßenverkehr in dem Szenario keine Rolle und würden aufgrund ihrer hohen Kosten vor allem im Flugverkehr eingesetzt. Im Schiffsverkehr soll Ammoniak eine wichtige Rolle als Treibstoff spielen.

Eine wichtige Rolle sieht die Energieagentur auch bei Verhaltensänderungen, vor allem im Verkehrsbereich. Flüge unter einer Stunde sollen nach Möglichkeit vermieden werden, wenn es alternative Zugverbindungen gibt, der Langstrecken-Flugverkehr soll nicht über das Niveau von 2019 wachsen.

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Tempolimit, Begrenzung des Flugverkehrs, weniger Autos in Städten 
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ElTentakel 25. Mai 2021

Ist eigentlich ganz einfach - wer die Co2 Bilanz nicht die gesamte Kette durch...

Bonarewitz 20. Mai 2021

Da nehmen wir das Helium 3 von der Schattenseite (die ist dann ja überall) des Mondes.

Jossele 20. Mai 2021

Bei der Atomkraft hat man gesehen, wieviel 1000e Menschen bei so einem Unfall sterben...

TrollNo1 19. Mai 2021

Dann gibts da aber noch ein anderes Problem. Mies gedämmt oder so. Wir haben auch 200...



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