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Energiewende: CDU und CSU wollen die Fusion

Die Unionsfraktion im Bundestag fordert den Bau von zwei Fusionskraftwerken .
/ Werner Pluta
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Fusionsforschungsanlage Wendelstein 7-X (Symbolbild): "disruptive Technologien vom Labor in die Fabrik bringen" (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
Fusionsforschungsanlage Wendelstein 7-X (Symbolbild): "disruptive Technologien vom Labor in die Fabrik bringen" Bild: Werner Pluta/Golem.de

Kernfusion gilt als die Energiequelle der Zukunft. Das hat sich auch schon bis zur CDU/CSU-Bundestagsfraktion herumgesprochen. In einem Antrag für den Bundestag fordert sie die "Stärkung der Fusionsforschung auf Weltklasseniveau" .

Bis zum Jahr 2050 werde der Strombedarf in Deutschland "voraussichtlich um das Zwei- bis Dreifache steigen" , heißt es in dem Papier(öffnet im neuen Fenster) . "Für ein integriertes zukünftiges Energiesystem werden folglich unterschiedliche Energieträger benötigt." Dazu soll nach dem Willen der Unionsfraktion auch die Kernfusion gehören.

"Wie wir politisch mit Fusionsenergie umgehen, ist ein Demonstrator dafür, ob wir disruptive Technologien in Deutschland und Europa vom Labor in die Fabrik bringen können" , schreibt die Unionsfraktion. Die Fusion solle "zu einem Gamechanger" werden.

Die Regierung soll sich zur Kernfusion bekennen

Die Fraktion fordert deshalb die Bundesregierung auf, "ein klares Bekenntnis zur Fusionsenergie abzugeben" sowie "den Bau von zwei Fusionsreaktoren mit konkurrierender Technik in Deutschland zu beauftragen" .

Stellarator Wendelstein 7-X - Bericht
Stellarator Wendelstein 7-X - Bericht (03:16)

Im Dezember vergangenen Jahres meldete die US-Forschungseinrichtung National Ignition Facility (NIF) einen wichtigen Erfolg: Erstmals wurde mit einer laserbasierten Trägheitsfusion mehr Energie erzeugt, als die Laser hineingegeben hatten . Diese löste geradezu einen Fusionshype aus .

Von dem ließ sich auch Forschungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) anstecken. In der ersten Euphorie sagte sie im Interview mit dem ZDF(öffnet im neuen Fenster) , in zehn Jahre könne das erste Fusionskraftwerk ans Netz gehen, schränkte aber ein: "Es kann auch etwas länger dauern." Sie richtete eine siebenköpfige Expertengruppe ein, die überlegen soll, wie Forschungseinrichtungen und Start-ups zu der Entwicklung beitragen können. Ziel ist, die Förderungen des Ministeriums in dem Bereich besser auszurichten.

Das IPP hat Wendelstein und Asdex

Tatsächlich wird in Deutschland kräftig an der Fusion geforscht (g+) : Das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik IPP etwa unterhält gleich zwei Forschungsanlagen: Wendelstein 7-X in Greifswald und das Axialsymmetrische Divertor-Experiment (Asdex) Upgrade(öffnet im neuen Fenster) in Garching.

Deutsche Forscher arbeiten federführend am Forschungsreaktor Iter mit. Zudem gibt es mehrere Start-ups, die sich mit Fusionsforschung beschäftigen und zum Teil schon in wenigen Jahren Testreaktoren bauen wollen.

Eines davon ist Focused Energy, eine Ausgründung der Technischen Universität Darmstadt. Dessen Gründer Markus Roth sieht Deutschland in einer guten Position, um eine Vorreiterrolle zu übernehmen: "Wir haben hier in Deutschland eine unglaublich tolle Technologielandschaft" , sagte er im vergangenen Jahr im Gespräch mit Golem.de . "Wir produzieren an unseren Universitäten ein enormes Wissen in der Grundlagenforschung, da sind wir weltweit nach wie vor sehr weit vorn."


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